Amazon Stellenabbau 2026: Was Seller jetzt wissen müssen

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Stephan Bruns
Stephan Bruns

REVOIC Amazon Update, Folge 4 (aufgezeichnet ca. 30.01.2026): Stephan Bruns und Maik Busch sprechen über den bislang größten Umbau in der Amazon-Geschichte – 16.000 weitere Stellenstreichungen, das Aus für alle Amazon Go- und Fresh-Filialen sowie das Ende von Amazon One im Retail. Das vollständige Video zur Folge findest du am Ende dieses Artikels.

Amazon hat diese Woche offiziell bestätigt: 16.000 weitere Stellen fallen weg. Zusammen mit den Kündigungen aus Oktober 2025 sind das rund 30.000 gestrichene Jobs – nach Einschätzung von Stephan Bruns und Maik Busch rund 8 Prozent des Amazon-Kernteams, das auf schätzungsweise 300.000 bis 350.000 Corporate-Mitarbeiter taxiert wird. Für dich als Seller oder Vendor bedeutet das vor allem eines: weniger persönliche Ansprechpartner, mehr automatisierte Prozesse – und ein Amazon, das sich sichtbar auf sein Kerngeschäft konzentriert.

Quick Facts zur Folge

FrageAntwort
Wie viele Stellen streicht Amazon aktuell?16.000 weitere, zusammen mit Oktober 2025 rund 30.000 insgesamt
Wie groß ist der Anteil am Kernteam?Rund 8 Prozent der geschätzt 300.000 bis 350.000 Corporate-Mitarbeiter
Wie viele Mitarbeiter hat Amazon insgesamt?Rund 1,5 Millionen (nach Schätzungen bis zu 1,58 Millionen) weltweit, Großteil in der Logistik
Welche Bereiche sind betroffen?Unter anderem AWS, Retail, HR und Advertising (vermutlich vor allem Prime Video)
Was passiert mit Amazon Go und Fresh?Alle Filialen (91 weltweit) werden bis Ende Februar geschlossen
Was passiert mit Amazon One?Die Handflächen-Erkennung wird im Retail eingestellt
Warum begründet Amazon den Umbau?Abbau von Hierarchieebenen ("Flattening") und Bürokratie für mehr Tempo ("Day 1 Kultur")

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Gesamtbelegschaft, wird klar: Amazon schneidet gezielt im Corporate-Bereich – und genau dort sitzen die Ansprechpartner, mit denen du als Seller oder Vendor täglich zu tun hast.

16.000 weitere Jobs – was hinter der Entlassungswelle steckt

Die Bestätigung kam diese Woche im offiziellen Amazon-Blog. Bei den Oktober-Kündigungen gab es eine Lohnfortzahlung über 90 Tage, die diese Woche endete – ein Hinweis darauf, dass ähnliche Übergangsregelungen auch für die neue Welle zu erwarten sind.

Amazon beschäftigt weltweit rund 1,5 Millionen Menschen, der weit überwiegende Teil davon in Logistik, Versand oder Kundenservice. Die Entlassungen zielen dagegen auf das Kernteam, die Corporate-Mitarbeiter. Rechnet man die rund 30.000 Kündigungen aus Oktober und Januar zusammen, entspricht das ungefähr 8 Prozent dieses Kernteams – konzentriert auf genau die Bereiche, mit denen du als Händler in Kontakt stehst: AWS, Retail, HR und Advertising, Letzteres vermutlich vor allem Prime Video.

Amazon selbst begründet den Schritt mit dem Abbau von Hierarchieebenen ("Flattening") und Bürokratie, um wieder schneller entscheiden zu können – Stichwort "Day 1 Kultur". Ob dahinter auch der zunehmende Einsatz von KI in internen Prozessen steckt, lässt sich offiziell nicht bestätigen. Naheliegend ist es trotzdem: Wo Prozesse automatisiert werden, braucht es weniger Menschen, die sie manuell steuern.

Weniger Ansprechpartner, mehr Prozesse – die Folgen für Vendoren und Seller

Die eigentliche Frage für dich als Händler ist nicht die Gesamtzahl, sondern was am Ende bei deinem Account ankommt. Vendoren verlieren ihre Brand Specialists oder Vendor Manager, Seller müssen mit längeren Ticket-Laufzeiten rechnen. Was bisher über einen persönlichen Ansprechpartner lief, läuft künftig stärker über Systeme und automatisierte Workflows.

Schon nach den Kündigungen im Oktober 2025 berichteten Vendoren, dass sie zeitweise ohne Ansprechpartner dastanden oder plötzlich internationale Kontakte zugewiesen bekamen – etwa aus Pakistan oder Indien. Das kann die Kommunikation zusätzlich erschweren, wenn Anliegen nicht mehr in der eigenen Sprache besprochen werden können.

Praxis-Tipp aus der Folge: Dokumentiere Konditionen, Zusagen und die Kommunikation mit deinem aktuellen Ansprechpartner schriftlich. Wenn ein Wechsel ansteht, zählt nur, was schwarz auf weiß vorliegt, nicht was mündlich einmal zugesagt wurde.

Genauso wichtig: Kenne deine eigenen Zahlen – Marge, Out-of-Stock-Treiber, Ads-Performance. Wer das nicht selbst im Blick hat, verhandelt bei einem Managerwechsel aus einer schwachen Position. Das gilt besonders, wenn du über eine Hybridstrategie zwischen Vendor und Seller nachdenkst – ohne eigene Kalkulation merkst du oft erst spät, dass deine Verkaufspreise für den Seller-Bereich zu wenig Marge lassen.

Für Seller kommt hinzu: Compliance-Vorgänge wie das Sperren von Artikeln erfordern oft eine individuelle Prüfung, die bei weniger Personal länger dauern kann. Halte deine Compliance-Unterlagen griffbereit: WEEE-Registrierung, Verpackungsregister (LUCID), EPR und alle länderspezifischen Anforderungen für deine Produkte.

Amazon Go und Fresh: das Ende der kassenlosen Stores

Neben dem Personalabbau vollzieht Amazon einen Strategiewechsel im stationären Lebensmittelhandel. Bis Ende Februar schließt Amazon alle verbliebenen Amazon Go- und Amazon Fresh-Filialen – insgesamt 91 Standorte. Davon liegen 72 in den USA (57 Amazon Fresh, 15 Amazon Go) und 19 Amazon-Fresh-Standorte in Großbritannien. In Kalifornien gelten wegen anderer Regularien verzögerte Fristen. Whole Foods, mit deutlich über 500 Filialen in den USA, bleibt bestehen.

Was einmal als Zukunft des Einkaufens galt – kassenloses Shopping per Kameraüberwachung – hat sich laut Einordnung von Stephan Bruns und Maik Busch schlicht nicht gerechnet. Die Technik war aufwendig und teuer, ohne das Kundenerlebnis so stark zu verbessern, dass sich die Kosten rechtfertigen. Der eigentliche Mehrwert für Kunden liegt für Amazon nicht im kassenlosen Checkout im Laden, sondern in der Lieferung nach Hause.

Für Deutschland ist das Thema ohnehin wenig relevant – Amazon Fresh als Lebensmittelhändler hat sich hierzulande nie durchgesetzt. Für Marken, die auf eine Listung im stationären Amazon-Store gehofft hatten, ist diese Tür jetzt zu. Wer im Grocery-Umfeld mit Amazon wachsen will, sollte sich auf Lieferfähigkeit und versandgerechte Verpackungsgrößen konzentrieren statt auf Regalplatzierung im Laden.

Amazon One und der Fokus aufs Kerngeschäft

Passend zur Store-Schließung stellt Amazon auch Amazon One ein – das Bezahlen per Handflächen-Scan im Einzelhandel. Offiziell nennt Amazon die begrenzte Kundenadoption als Grund: Die Technologie wurde in der Breite nicht angenommen, während kontaktloses Bezahlen per Smartphone längst überall funktioniert. Die biometrischen Daten der Nutzer sollen nach Ende des Programms gelöscht werden. Intern, etwa in Logistikzentren, bleibt vergleichbare Technologie im Einsatz.

Das Muster ist erkennbar: Alles, was nicht auf das Kerngeschäft einzahlt, wird gestrichen. Amazon fokussiert sich auf AWS, Advertising, das Kern-Retailgeschäft und die Logistik – und cuttet Experimente, die zwar spannend, aber wirtschaftlich nicht tragfähig waren.

FAQ: Amazon Stellenabbau und Store-Schließungen

Betrifft der Stellenabbau auch Ansprechpartner in Deutschland? Genaue Länderzahlen nennt Amazon nicht. Da die USA den größten Teil der Kürzungen tragen dürften und Deutschland nach den USA der zweitgrößte Amazon-Markt ist, gehen Stephan Bruns und Maik Busch davon aus, dass auch deutsche Vendoren Einschnitte spüren – unter anderem durch neue, internationale Ansprechpartner.

Was sollte ich als Vendor jetzt konkret tun? Dokumentiere Konditionen, Zusagen und Kommunikation mit deinem Vendor Manager schriftlich. Kenne deine eigenen Zahlen – Marge, Out-of-Stock-Treiber, Ads-Performance –, damit du bei einem Wechsel des Ansprechpartners sofort argumentationsfähig bist.

Was bedeutet die Schließung von Amazon Fresh für Marken, die dort gelistet werden wollten? Diese Tür ist zu. Amazon konzentriert sich künftig stationär auf Whole Foods und online auf das reine Liefergeschäft. Wer im Grocery-Bereich Fuß fassen will, sollte auf Lieferfähigkeit und versandgerechte Verpackung setzen statt auf Regalplatzierung im Store.

War das jetzt der letzte große Stellenabbau bei Amazon? Das lässt sich laut der Folge nicht sicher sagen. Offen ist, ob die gestrichenen Stellen dauerhaft wegfallen oder ob Amazon Positionen später anders besetzt. Stephan Bruns und Maik Busch gehen davon aus, dass sich der Umbau in Richtung schlankerer Strukturen fortsetzt, gerade im Zusammenhang mit zunehmender KI-Nutzung.

Fazit

Amazon macht in dieser Folge klar, wohin die Reise geht: 16.000 weitere Stellen weg, insgesamt rund 30.000 seit Oktober, das Aus für alle Go- und Fresh-Filialen und das Ende von Amazon One im Retail. Kein Rückzug, sondern eine Konzentration auf das, was Umsatz bringt – AWS, Advertising, Kern-Retail und Logistik.

Unsere Erfahrung: Dieser Trend – weniger persönliche Betreuung, mehr Abhängigkeit von sauberen Prozessen und Daten – ist nicht neu, er beschleunigt sich nur. Wer als Vendor oder Seller schon jetzt auf dokumentierte Konditionen, saubere Compliance-Unterlagen und belastbare Kennzahlen setzt, übersteht den nächsten Ansprechpartner-Wechsel deutlich entspannter als jemand, der auf persönliche Beziehungen gebaut hat.

Wie Stephan Bruns und Maik Busch die einzelnen Punkte im Detail einordnen, hörst du dir am besten direkt im eingebetteten Video am Ende dieses Artikels an. Und wenn dir bei diesen Entwicklungen gerade der feste Ansprechpartner bei Amazon fehlt, lies weiter.


Weniger Vendor Manager, mehr Automatisierung, unklare Zuständigkeiten: Genau in dieser Situation zahlt sich eine feste externe Betreuung aus, die deinen Account, deine Konditionen und deine Kennzahlen lückenlos kennt. Unser Account Management übernimmt diese Rolle für dich – kontinuierlich, dokumentiert und unabhängig davon, wer gerade auf Amazon-Seite zuständig ist.

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