Amazon Gebühren 2026: Neue Sätze ab 5. Januar erklärt

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Im REVOIC Amazon Update vom 9. Januar 2026 sprechen Stephan Bruns und Maik Busch in Folge 1 des neuen Podcast- und Videoformats über die wichtigste Amazon-News zum Jahresstart. Am Ende dieses Artikels findest du das vollständige Video zur Folge eingebettet.
Die Kernbotschaft vorab: Amazon hat die im November angekündigten Gebührenanpassungen 2026 vorgezogen. Statt zum 1. Februar gelten viele Änderungen bereits seit dem 5. Januar 2026. Wer mit Haushaltsprodukten, Tierbedarf oder Nahrungsergänzungsmitteln im niedrigen Preissegment verkauft, zahlt seither spürbar weniger Verkaufsgebühr. Parallel hat Amazon angekündigt, wie Rezensionen bei Produktvarianten ab Februar neu zugeordnet werden – ein Eingriff, der jahrelange Kategorie-Tricksereien beendet.
Quick Facts zur Folge
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ab wann gelten die neuen Amazon-Gebühren? | Seit 5. Januar 2026, statt wie ursprünglich angekündigt erst zum 1. Februar |
| Was ändert sich bei Haushaltsprodukten unter 20 €? | Gebühr sinkt von 15 % auf 8 %, Kategorie Haushalt & Küche wurde dafür gesplittet |
| Was ändert sich bei Tiernahrung/-bekleidung unter 10 €? | Gebühr sinkt von 15 % auf 5 % |
| Was ändert sich bei Nahrungsergänzungsmitteln unter 10 €? | Neue eigene Kategorie (vorher Beauty/Drogerie), Gebühr sinkt von 8 % auf 5 % |
| Was passiert mit der Low-Price-FBA-Grenze? | Sie steigt in Deutschland von 10 € auf 20 €, EU-weit harmonisiert |
| Was steigt zum 1. Februar? | Die Gebühr für Fahrradzubehör in den meisten EU-Shops, von 8 % auf 15 % |
| Ab wann ändert sich die Rezensionsdarstellung bei Varianten? | Ab 12. Februar 2026, Rollout schrittweise bis 31. Mai 2026 |
| Was ist sonst noch neu in Seller Central? | Retouren-Dashboard, Custom-Analytics-Dashboards und der Seller Assistant AI sind live |
Zwei Dinge fallen an diesen Zahlen sofort auf: Amazon dreht gleichzeitig an mehreren Gebührenschrauben, und die Richtung ist nicht einheitlich. Während drei Kategorien günstiger werden, wird eine teurer. Genau das macht diese Folge relevant, wenn du deine Kalkulation für 2026 aufsetzt.
Die Gebührenanpassungen im Detail
Die Kategorie Haushalt & Küche gehört zu den größten auf Amazon und wurde jetzt in zwei separate Kategorien getrennt. Für Haushaltsprodukte unter 20 € sinkt die Gebühr von 15 % auf 8 %. Stephan ordnet das im Podcast als Reaktion auf Temu ein: Klassische Küchenartikel wie Plastikschüsseln, Rührzubehör oder Besteck im niedrigen Preissegment werden dadurch für Amazon-Seller wettbewerbsfähiger.
Ähnlich deutlich fällt die Senkung bei Haustierbedarf aus: Tiernahrung und Tierbekleidung unter 10 € kosten künftig 5 % statt 15 %. Das macht laut Maik gerade Einzelpackungen interessant, die bisher wegen der im Verhältnis hohen Versandkosten kaum wirtschaftlich zu verkaufen waren. Nahrungsergänzungsmittel bekommen zudem eine eigene Kategorie, getrennt von Beauty und Drogerie, und sinken zusammen mit Lebensmitteln unter 10 € von 8 % auf 5 %.
Dazu kommt eine vierte Änderung, die leicht untergeht: Die Grenze für Low Price FBA, früher unter den Namen Plusartikel und Small & Light bekannt, wurde in Deutschland von 10 € auf 20 € verdoppelt und europaweit auf ein einheitliches Niveau gebracht. Wie Maik im Podcast anmerkt, kann das bei entsprechendem Volumen eine spürbare Zusatzprofitabilität bedeuten, auch wenn der einzelne Effekt pro Artikel klein wirkt.
Unsere Erfahrung: Amazon kündigt Gebührenänderungen kurzfristig an und verändert sie auch wieder. Verlass dich nicht allein auf die Preisliste, sondern prüfe anhand deiner tatsächlichen Bestellungen und Abrechnungen, ob die neue Gebühr bei deinen Produkten wirklich angekommen ist.
Den Gegenpol bildet Fahrradzubehör: Ab 1. Februar steigt die Gebühr in den meisten EU-Shops von 8 % auf 15 %. Amazon vereinheitlicht damit die bisher sehr unterschiedliche Behandlung von Fahrradteilen und Fahrradzubehör, eine Abgrenzung, die im Podcast selbst als "völlig strange" beschrieben wird. Für die Branche, die laut Stephan schon unter vollen Lagern nach der Corona-Nachfrage leidet, kommt die Erhöhung zur Unzeit.
Rezensionen bei Varianten werden fair geteilt
Ab dem 12. Februar 2026 teilt Amazon Rezensionen nur noch zwischen Varianten, die sich lediglich geringfügig unterscheiden und deren Funktion gleich bleibt. Das betrifft zum Beispiel Farb- oder Mustervarianten, Größenvarianten mit gleicher Funktion wie Kingsize- und Queensize-Bettwaren, Packungsgrößen, sekundäre Duftvarianten oder unterschiedliche Modellausstattungen wie Handyhüllen für verschiedene Geräte. Der Rollout erfolgt schrittweise nach Kategorie bis zum 31. Mai 2026, und du bekommst 30 Tage vor Inkrafttreten für deine Kategorie eine E-Mail-Benachrichtigung.
Warum das wichtig ist: Bisher ließ sich mit dem Zusammenlegen von Varianten tricksen. Ein Produkt mit tausenden Rezensionen konnte Jahre später unter einem völlig anderen Artikel wieder auftauchen. Da Amazon Rezensionen inzwischen überwiegend als KI-Zusammenfassung mit einer Top-Rezension anzeigt statt der vollständigen Liste, war dieser Vertrauensverlust für Käufer kaum noch zu durchschauen. Die Neuregelung soll das beenden.
Bemerkenswert ist außerdem die Art der Kommunikation. Amazon informiert diesmal fünf Wochen im Voraus mit einem klaren Fahrplan und individuellen E-Mail-Benachrichtigungen pro Kategorie. Ob das durchgehalten wird, bleibt im Podcast ausdrücklich offen. Stephans Empfehlung ist, bei Amazon-Ankündigungen erst zu lesen, zu verstehen und abzuwarten, statt sofort zu reagieren, denn viele angekündigte Änderungen wurden in der Vergangenheit wieder zurückgenommen oder verschoben.
Neue Tools in Seller Central
Neben den großen Themen bringt die Folge drei praxisrelevante Updates. Das neue Retouren-Dashboard visualisiert bestehende Reports und macht Retourenquoten auf einen Blick sichtbar, ein Wert, den laut Stephan viele Seller gar nicht kennen. Zur Erinnerung: Amazon behält bei jeder Retoure 20 % der Verkaufsgebühr ein, und der Rückversand defekter Ware an den Händler kann sechs bis acht Wochen dauern.
Die Custom-Analytics-Dashboards, benutzerdefinierte Analysen im Bereich Berichte, sind jetzt auch in Deutschland verfügbar. Du kannst dir eigene Dashboards zu Preisen, Suchleistung, Traffic, Umsatz, Kundenzufriedenheit, Rabatten und Erstattungsrate zusammenstellen, inklusive wochenweiser Auswertung einzelner ASINs. Für Seller kann das laut Maik Drittanbieter-Tools zur Profitabilitätsberechnung ersetzen. Vendoren mit Standardvertrag, die sonst kaum Dateneinblick haben, bekommen dadurch ein Argument für hybride Strukturen über Broker oder Partner.
Der Seller Assistant AI ist offiziell im europäischen Seller Central live, liefert laut Maik aktuell aber noch überwiegend generische Antworten und greift noch nicht auf den eigenen Lagerbestand zu. Mittelfristig sehen beide Potenzial, das mit den Custom-Analytics-Daten zu kombinieren.
Black Friday 2025 im Rückblick
Der Handelsverband Deutschland (HDE) meldet für Black Friday 2025 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro, erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2016 ein Rückgang von knapp 2 %. Kunden kaufen laut den beiden eher geplante Notwendigkeiten als spontane Schnäppchen, und der Black Friday erzeugt kaum noch zusätzliches Volumen, sondern verschiebt vor allem Weihnachtsumsätze vor, geschätzt rund 1,6 Milliarden Euro.
Auch bei Amazon selbst ist der Black Friday längst keine Tagesveranstaltung mehr, sondern eine mehrwöchige Deal-Phase von etwa einer Woche vorher bis zum Cyber Monday, ergänzt um Last-Minute-Aktionen vor Weihnachten. Wer amazon-eigene Produkte wie Alexa oder Ring außerhalb dieser Phase kauft, verschenkt laut Stephan reguläre Rabatte von 30 bis 40 %. Für Marken bleibt die Entscheidung, ob und wie stark sie mitziehen, strategisch: Manche nutzen die Phase gezielt zum Abverkauf auslaufender Ware, andere halten bewusst Abstand.
FAQ
Muss ich als Seller sofort etwas an meinen Preisen ändern? Nicht zwingend. Prüfe zuerst anhand deiner Bestellungen, welche deiner Produkte tatsächlich in den betroffenen Preisgrenzen liegen und ob die neue Gebühr schon berechnet wird. Erst danach lohnt sich eine Anpassung der Kalkulation oder des Verkaufspreises.
Betrifft mich die Rezensionsänderung, wenn ich meine Varianten nicht anfasse? Ja, die Neuzuordnung erfolgt automatisch nach Kategorie-Rollout. Du bekommst laut Podcast 30 Tage vorher eine E-Mail, solltest aber schon jetzt deine Variantenstruktur prüfen und Unterschiede korrekt abbilden, etwa Farb- statt Mengenvarianten bei Farbunterschieden.
Lohnen sich die Custom-Analytics-Dashboards trotz bestehender Drittanbieter-Tools? Für einzelne Auswertungen wie Erstattungsrate, Suchbegriffe oder Promotion-Historie ersetzen sie laut Maik bereits jetzt manuelle Report-Exporte. Ob sie ein vollständiges Analyse-Tool ersetzen, hängt vom Umfang deiner bisherigen Auswertungen ab.
Sollte ich als Marke bei Amazons Black-Friday-Woche 2026 mitmachen? Das lässt sich laut Stephan nicht pauschal beantworten. Große, bekannte Marken sind meist dabei, andere nutzen die Phase gezielt für auslaufende Ware und halten sich sonst bewusst zurück.
Fazit
Der Jahresstart 2026 bringt für Amazon-Seller und -Vendoren mehrere relevante Weichenstellungen: niedrigere Gebühren in drei Kategorien, eine höhere Gebühr für Fahrradzubehör, eine überfällige Neuordnung der Rezensionen bei Varianten und drei neue Auswertungstools in Seller Central. Für uns bei REVOIC ist besonders die Kommunikation rund um die Rezensionsänderung interessant, ein fünf Wochen vorlaufender, kategorienscharfer Fahrplan wäre für Amazon-Verhältnisse ein echter Wandel.
Wie Stephan und Maik die einzelnen Punkte im Gespräch einordnen, siehst du in der kompletten Folge im eingebetteten Video. Mehr zur Kalkulation von Gebühren und Retouren findest du in unserem Beitrag zur Amazon-Kostenkalkulation und zu Variantenstrategien in unserem Leitfaden zu Amazon-Varianten.
Wenn du gerade unsicher bist, ob deine Gebührenkalkulation nach dem 5. Januar noch stimmt oder deine Variantenstruktur für die Rezensionsänderung im Februar sauber aufgebaut ist, lohnt sich ein Blick von außen. Unser Account Management übernimmt genau diese laufende Kontrolle für dich, von Gebührenprüfung bis Variantenpflege, damit du auf Amazon-Änderungen nicht erst reagierst, wenn es teuer wird.






