Sponsored Brands Collection: Das ändert sich jetzt

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Stephan Bruns
Stephan Bruns

Sponsored Brands Collection: Das ändert sich jetzt

Im REVOIC Amazon Update, Folge 18 (27.05.2026) sprechen Stephan Bruns und Maik Busch über die Umbenennung von Sponsored Brands in Sponsored Brands Collection, zwei parallele Sammelklagen gegen Amazon, den Ausbau der Liefergeschwindigkeit über Amazon Now sowie kurz über Amazons Wasserprojekte und die neue Funktion Alexa Podcasts. Das komplette Gespräch findest du als Video am Ende dieses Artikels.

Die wichtigste Änderung vorweg: Sponsored Brands heißen jetzt Sponsored Brands Collection. Du kannst pro Kollektion keinen individuellen Titel mehr vergeben, sondern nur noch Markenlogo und einen übergeordneten Titel hochladen. Dazu wählst du bis zu zehn Produkte aus, entweder manuell oder automatisch per KI. Die großen individuellen Bilder, die bisher Teil der Anzeige waren, fallen weg. Im Gegenzug gibt es ein neues zweites Placement, meist rund um das Video-Placement.

Quick Facts zu Folge 18

FrageAntwort
Wie heißt Sponsored Brands jetzt?Sponsored Brands Collection, vorher auch "Product Collection" genannt
Was entfällt bei der neuen Anzeigenform?Der individuelle Anzeigentitel und die großen individuellen Bilder
Wie viele Produkte sind je Kollektion möglich?Bis zu 10 Produkte, manuell oder automatisch von der KI ausgewählt
Was ist neu am Placement?Ein zweites Placement, meist rund um das Video-Placement
Rückforderung Werbeklage Prime Video (Verbraucherzentrale Sachsen)Mindestens 35,88 Euro pro Jahr
Rückforderung Preiserhöhungs-Klage (Verbraucherzentrale NRW)Bis zu 60 Euro pro Person
Was ist Amazon Now?Neues 30-Minuten-Lieferangebot, Teil des massiven Ausbaus der Liefergeschwindigkeit 2026
Was ist Alexa Podcasts?Auf Zuruf automatisch generierte Audio-Episoden für Prime-Mitglieder in den USA

Fast alle Themen dieser Folge laufen auf denselben Punkt hinaus: Amazon automatisiert und beschleunigt gleichzeitig Werbung, Lieferung und Alexa. Für dich als Seller heißt das, bestehende Einstellungen aktiv zu kontrollieren, statt automatischen Übernahmen zu vertrauen.

Sponsored Brands war lange als "Headline Search Ad" bekannt, die Anzeige oben über den Sponsored Products. Mit der Zeit kam das Markenlogo dazu, später ein individueller Titel. Jetzt streicht Amazon diesen individuellen Titel wieder: Du lädst nur noch dein Markenlogo hoch und vergibst einen übergeordneten Titel für die gesamte Kollektion, nicht mehr pro Anzeige.

Neu ist außerdem, dass Amazon in der Beta automatisch die aus seiner Sicht relevantesten Produkte aus deinem Katalog zu einer Kollektion zusammenstellen kann, basierend auf Keyword-Zielen und Suchanfragen der Käufer. Du kannst das weiterhin manuell steuern. Die großen individuellen Bilder sind komplett weggefallen, dafür bekommen Sponsored Brands ein zweites Placement, meist rund um den Bereich, in dem sonst Video-Anzeigen erscheinen.

Für bestehende Kampagnen ist die entscheidende Frage, wie Amazon sie in das neue Format überführt. Stephan Bruns rät ausdrücklich davon ab, laufende Sponsored-Brands-Kampagnen jetzt zu löschen oder neu aufzusetzen. Prüfe stattdessen, was aus deinem bisherigen Titel geworden ist und wie sich alte Kollektionen im Frontend darstellen, inklusive der Landingpage oder des Brandstores. Maik Busch erinnert an frühere KI-Funktionen, bei denen automatische Anpassungsvorschläge nach 14 Tagen ohne Reaktion einfach live gingen, oft zum Nachteil der Händler. Ein Quercheck deiner Sponsored-Brands-Kampagnen gehört deshalb jetzt auf die To-do-Liste.

Praxis-Tipp aus dem Podcast: Schau dir deine Sponsored-Brands-Anzeigen im Frontend an, eingeloggt und ausgeloggt. Prüfe, ob dein bisheriger Titel korrekt übernommen wurde, ob die Kollektion noch auf die richtige Landingpage oder den Brandstore verweist und wie sich die Darstellung durch das neue Doppelplacement verändert hat.

Ob Titel künftig dynamisch an die jeweilige Kundensuche angepasst werden, ist laut Stephan Bruns noch offen. Er beobachtet sie aktuell noch als statisch, hält eine dynamische Anpassung aber für möglich. Wer Veränderungen bei der Conversion feststellt, sollte das im Blick behalten, gerade weil die großen Bilder fehlen und sich die Darstellung insgesamt verändert hat.

Zwei Sammelklagen gegen Amazon: Was Verbraucher zurückfordern können

Parallel laufen aktuell zwei getrennte Sammelklagen gegen Amazon, die im Podcast beide zur Sprache kommen:

Die Werbe-Klage der Verbraucherzentrale Sachsen richtet sich dagegen, dass Amazon am 5. Februar 2024 ohne Zustimmung der Kunden Werbung bei Prime Video eingeführt und gleichzeitig die Bild- und Tonqualität verschlechtert hat. Wer werbefrei und in besserer Qualität schauen wollte, musste ein zusätzliches Abo abschließen. Die Rückforderung liegt bei mindestens 35,88 Euro pro Jahr.

Die Preiserhöhungs-Klage der Verbraucherzentrale NRW, eröffnet am 19. Mai, betrifft die einseitige Preiserhöhung von Prime im Sommer 2022, von 69 Euro auf 89,90 Euro im Jahr. Zwei Gerichte haben die zugrunde liegende AGB-Klausel bereits als unwirksam eingestuft. Betroffene können bis zu 60 Euro pro Person zurückfordern.

Beide Klagen betreffen zunächst die Verbraucherseite, nicht dein Verkäuferkonto. Relevant sind sie trotzdem, weil sie zeigen, wie Amazon mit AGB-Änderungen umgeht: Stephan Bruns ordnet die Preiserhöhung als bewusste unternehmerische Entscheidung ein, nicht als Fehler. Amazon nimmt eine mögliche Rückzahlung offenbar in Kauf, solange sich die Änderung insgesamt rechnet. Maik Busch ergänzt, dass der Großteil der Kunden von den Klagen bisher kaum etwas mitbekommen hat.

Unsere Erfahrung: Für dein Tagesgeschäft als Seller ändert sich durch die Klagen selbst nichts unmittelbar. Relevant wird es, sobald Amazon als Reaktion an AGB oder Gebührenstrukturen dreht.

Amazon Now und die Liefergeschwindigkeit 2026

Amazon weitet sein Same-Day- und Sofort-Liefergeschäft in den USA 2026 deutlich aus. Mit Amazon Now kommen 30-Minuten-Lieferungen hinzu, dazu werden die bestehenden 1-Stunden- und 3-Stunden-Lieferfenster auf über 90.000 Produkte in weit mehr Orten ausgeweitet. Same-Day und Next-Day werden zusätzlich auf über 4.000 kleinere Städte und ländliche Regionen ausgerollt. Die Drohnenzustellung Prime Air bleibt laut den Notizen zur Folge ein Beipfeiler, nicht das tragende Element der Strategie.

Im Podcast diskutieren beide, wie realistisch eine Ausweitung auf klassisches Grocery-Geschäft ist. Stephan sieht Amazon strategisch in Richtung "Notfall-Filiale" gehen, für Dinge, die zu Hause fehlen. Maik gibt zu bedenken, dass Deutschland mit im Schnitt einem Supermarkt im Umkreis von 800 Metern andere Voraussetzungen hat als die USA, und verweist auf eingestellte Anbieter wie Bringmeister.

Praktisch relevant für dich als Verkäufer: Stephan Bruns kritisiert, dass du als Seller keine Transparenz darüber hast, wie schnell deine FBA-Ware ausgeliefert wird oder welchen Zusteller-Mix sie bekommt. Es gibt kein Dashboard, das dir zeigt, ob sich deine Lieferzeiten verbessert haben, obwohl Amazon genau damit wirbt. Das merkst du im Zweifel erst, wenn ein Artikel keinen Prime-Badge bekommt. Diese fehlende Transparenz bei Fulfillment-Kennzahlen bleibt ein offener Kritikpunkt aus dem Podcast.

Kurz notiert: Alexa Podcasts und Wasserprojekte in Deutschland

Amazon führt mit Alexa Podcasts eine Funktion für Alexa+ ein, die auf Zuruf automatisch Audio-Episoden zu fast jedem Thema erstellt, mit KI-generierten Host-Stimmen. Das Feature steht Prime-Mitgliedern in den USA zur Verfügung. Im Podcast sind beide skeptisch, ob das gegenüber klassischer Nachrichtenwiedergabe einen Mehrwert bringt, und verweisen auf Schwächen von Alexa bei Alltagsaufgaben wie Musikwiedergabe oder Einkaufslisten.

Amazon hat außerdem zwei Wasserprojekte in Deutschland gestartet: ein Leckage-Programm in Frankfurt und ein Feuchtgebiets-Projekt im Spessart. Zusammen sollen beide Projekte rund 370 Millionen Liter Wasser pro Jahr sichern.

Häufige Fragen zu Folge 18

Muss ich meine bestehenden Sponsored-Brands-Kampagnen jetzt löschen und neu anlegen? Nein. Stephan Bruns rät davon ausdrücklich ab. Prüfe stattdessen, wie deine Kollektionen im neuen Format dargestellt werden und ob Titel sowie Verlinkung zu Landingpage oder Brandstore korrekt sind.

Verliere ich Reichweite, weil die großen individuellen Bilder wegfallen? Das lässt sich aus der Folge nicht abschließend beantworten. Amazon hat dafür ein zweites Placement eingeführt. Ob sich das auf deine Conversion auswirkt, solltest du anhand deiner eigenen Kampagnendaten beobachten.

Betreffen die Sammelklagen gegen Amazon auch mein Verkäuferkonto? Nein, beide Klagen richten sich an Amazon-Kunden als Verbraucher, wegen der Prime-Video-Werbung beziehungsweise der Prime-Preiserhöhung 2022. Für dein Seller-Konto sind sie vor allem ein Signal, wie Amazon mit AGB-Änderungen umgeht.

Fazit

Folge 18 zeigt vor allem eins: Amazon dreht an vielen kleinen Stellschrauben gleichzeitig, bei Sponsored Brands, Lieferzeiten und Alexa, ohne die eine große Schlagzeile. Für dich als Seller heißt das konkret, deine Sponsored-Brands-Kampagnen nach der Umstellung zu kontrollieren, statt dich auf die automatische Übernahme zu verlassen. Die Sammelklagen betreffen zunächst deine Kundenrolle, sind aber ein Hinweis, wie Amazon Preis- und Nutzungsbedingungen durchsetzt. Bei der Liefergeschwindigkeit bleibt die von Stephan Bruns benannte fehlende Transparenz für Seller ein ungelöstes Problem.

Stephan Bruns und Maik Busch besprechen diese Themen ausführlicher im Video zur Folge, das du am Ende dieses Artikels findest. Wenn du wissen willst, was das für deine eigenen Kampagnen bedeutet, lies weiter unten, wie wir dich dabei unterstützen können.


Du bist dir unsicher, wie deine Sponsored-Brands-Kampagnen nach der Umstellung auf Sponsored Brands Collection aktuell aussehen oder ob dein bisheriger Titel korrekt übernommen wurde? Wir schauen uns mit dir gemeinsam deine bestehenden Kampagnen an, prüfen Darstellung und Placement im Frontend und passen deine Werbestrategie an das neue Format an. Mehr zu unserer Betreuung von Amazon-Werbekonten findest du unter REVOIC Amazon Advertising.

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