Amazon Predictions 2026: Was Seller jetzt wissen müssen

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Stephan Bruns
Stephan Bruns

Im REVOIC Amazon Update Folge 3 vom 23.01.2026 sprechen Stephan Bruns und Maik Busch nicht über die üblichen Wochen-News, sondern ordnen aktuelle Amazon Predictions 2026 ein, die in dieser Woche im Podcast "Unternehmerinnen der Zukunft" von Jan Bechler kursierten. Zu Gast dort war Markus Schöberl, bei Amazon mitverantwortlich für das Marketplace- und Seller-Business Deutschland. Ergänzt um LinkedIn-Stimmen wie Sean Welsh (Pattern), Trutz (Amalytics), Steven Pope (My Amazon Guy) und Christian Otto Kelm nehmen Stephan und Maik die wichtigsten Thesen auseinander - inklusive der Stellen, an denen sie anderer Meinung sind. Das komplette Gespräch gibt es als Video am Ende dieses Artikels.

Die kurze Antwort

Die Amazon Predictions 2026 auf den Punkt gebracht: Gebührensenkungen sind real, aber kein Selbstläufer für mehr Marge, weil viel davon ins Advertising zurückfließt. KI ist laut Markus Schöberl "Pflichtprogramm" - laut Stephan ist der Seller Assistant dafür schlicht noch nicht reif genug. Rufus und KI-Suche gewinnen an Bedeutung, bleiben 2026 aber kein Massenkanal für Sold Units. Und beim Ruf nach weniger Regulierung widerspricht Stephan Markus offen: Für deutsche Marken ist Compliance kein Klotz am Bein, sondern Teil des USPs.

Quick Facts zur Folge

FrageAntwort
Worum geht es in Folge 3?Einordnung von Amazon-Predictions 2026 aus "Unternehmerinnen der Zukunft" (Markus Schöberl) und weiteren LinkedIn-Stimmen
Sinken die Amazon-Gebühren 2026 spürbar?Ja laut Markus, vor allem beim Low-Price-FBA-Programm und bei Nahrungsergänzungsmitteln - Stephan sieht den Effekt differenzierter
Ist KI ab 2026 Pflicht für Seller?Laut Markus ja - Stephan hält den Seller Assistant aktuell für zu generisch, um deswegen Prozesse umzustellen
Wird Rufus der zentrale Verkaufskanal?Nein - laut Sean Welsh und Steven Pope wird Rufus eher Discovery-Kanal, Shopping-Agenten bleiben Nische
Was ist GEO?Optimierung für KI-Suchsysteme wie Rufus, ChatGPT oder Gemini - laut den Quellen die wichtigste neue digitale Disziplin
Soll ich 2026 international expandieren?USA, MENA und neue EU-Marktplätze werden empfohlen - Stephan warnt vor US-Fokus ohne solide EU-Basis
Wird 2026 leichter?Nein, laut Markus eher schwieriger - aktives Wachstum wird zur Pflicht, reine Kostendisziplin reicht nicht

Die Predictions treffen reale Entwicklungen, aber Stephan und Maik relativieren fast jede These, sobald sie auf die Praxis von REVOIC-Kunden trifft.

Gebühren 2026: Entlastung ja, automatische Marge nein

Markus nennt die Gebührenanpassung eine der historisch größten - nicht nur bei kategoriespezifischen Verkaufsgebühren, sondern auch durch die Ausweitung des Low-Price-FBA-Programms. Sein Appell: Die Entlastung pro Einheit soll nicht nur als stille Margensteigerung verbucht, sondern reinvestiert oder in bessere Preise übersetzt werden.

Stephan sieht das differenzierter: "Ich würde es ein bisschen anders sehen." Aus eigenen Kalkulationen entsteht Spielraum für Preisnachlässe, aber nicht in jeder Kategorie gleich viel. Wahrscheinlicher als "Einstecken" ist Reinvest ins Advertising, weil der Wettbewerbsdruck hoch bleibt. Auch kursierenden Zahlen zu Preissteigerungen widerspricht er: Bei eigenen Produkten sieht er über Jahre eher zehn statt der behaupteten 20 bis 25 Prozent.

Konkret betreffen die größten Anpassungen laut Maik alle Händler über das Low-Price-FBA-Programm (Schwelle von 10 auf 20 Euro) sowie moderate Dealgebühren-Anpassungen. Kategoriespezifische Senkungen betreffen nur drei bis vier Kategorien - größter Gewinner sind laut Maik Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller, da Kategorien zusammengelegt wurden und viele Produkte zusätzlich unter die Low-Price-Schwelle fallen.

Unsere Erfahrung: Stephan bemängelt fehlende Transparenz auf Produktebene. Amazon zeigt Gebührenlisten, aber kein Feature, das je ASIN ausweist, was konkret weniger kostet. Gerade bei komplexen FBA-Logistikgebühren verlieren Seller so den Überblick über echte Einsparpotenziale.

Wer die Gebührensenkung als Hebel nutzen will, muss selbst rechnen: pro Kategorie, pro Produkt. Mehr zur strukturierten Kalkulation liest du in Amazon-Gebühren richtig kalkulieren.

KI als Pflichtprogramm: Anspruch von Markus, Realität beim Seller Assistant

Für Markus ist KI 2026 kein "nice to have" mehr, sondern Pflichtenheft. Der Seller Assistant soll sich zum agentischen Helfer für Insights, Compliance-Hinweise und operative Aufgaben entwickeln. Sean Welsh (Pattern) zitiert Trutz (Amalytics) ähnlich: KI-Agenten übernehmen zunehmend Listing-Optimierung, A+ Content und Kampagnensteuerung - Seller werden mehr Operator als Ausführer.

Maik stellt die Machbarkeitsfrage: Schafft der deutsche Mittelstand das schon 2026, gerade mit Blick auf Datenschutz? Stephan bewertet das Tool selbst: "Das ist nach wie vor sehr basic." Es liefert generische Standardtipps, erkennt aber weder A+ Content noch Buybox-Status noch laufende Werbung. Sein Fazit: Sich damit jetzt zu beschäftigen ist "verschwendete Zeit" - vergleichbar mit Alexa Plus, das ebenfalls "am Kunden entwickelt" wird.

Bei generiertem Content sieht Stephan zusätzlich CI-Risiken: Weicht ein KI-Bild vom Markenlogo oder von Produktdetails ab, ist das bei manchen Produkten sogar rechtlich problematisch. Sein Beispiel für sinnvollen Einsatz: die eigenen Flammschalen, per KI in eine emotionale Umgebung gesetzt, ohne dass jedes Detail fotorealistisch sein muss. Bei echter Detailtreue, etwa einem Reißverschluss, sieht er dagegen Grenzen - ohne Referenzfoto kennt die KI die Details nicht. Maiks Prognose: eine 80-20-Aufteilung, die meisten Artikel automatisiert, die wichtigsten weiterhin manuell betreut.

Rufus, GEO und dynamische Titel: Was schon zählt

Sean Welsh bringt dynamische Produkttitel je nach Käuferintention (etwa "Gaming-" versus "Arbeits-Laptop"), Rufus als Discovery-Kanal und GEO als neue Schlüsseldisziplin ins Spiel - ein Produkt, das ChatGPT oder Gemini nicht nennt, existiert für viele Nutzer praktisch nicht.

Stephan hält dynamische Titel für ein starkes Feature, sofern steuerbar - sie arbeiten heute schon ähnlich über Advertising-Zielgruppen und saisonales SEO. Seine Sorge: KI neigt dazu, Anfragen zu gefällig zu beantworten. Im Extremfall könnte eine Flammschale fälschlich als "Indoor-Kerze" gelten - mit realer Brandgefahr und mehr Rückgaben. Maiks Punkt: Die Lösung braucht keine KI, sondern saubere, auch negativ ausschließbare Produktattribute - das beherrscht die Amazon-Suche laut Stephan bis heute nicht.

Zu Rufus als Verkaufskanal sind sich beide einig, dass die Erwartungen zu hoch hängen: Sean Welsh selbst nennt Shopping-Agenten Nische, weil Menschen Shopping mögen. Christian Otto Kelm zweifelt laut Maik an Amazons Nutzerzahlen; belastbar wird das Thema erst mit einer eigenen Rufus-Kennzahl in Seller Central, die es noch nicht gibt. Steven Pope (My Amazon Guy) warnt zusätzlich davor, jedem PPC-Hack hinterherzulaufen, statt auf Preis, Verfügbarkeit und Content zu setzen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Amazon Advertising und Zielgruppen-Steuerung.

Wachstum statt Kostendisziplin - der Streitpunkt Regulierung

Markus ordnet E-Commerce als "mature Business" ein: Wer nicht aktiv an Wachstum arbeitet, bekommt einen kleineren Teil eines schwieriger werdenden Marktes - 2026 wird "kein leichtes Jahr". Als Hebel nennt er die USA trotz Zöllen, MENA, neuere EU-Marktplätze und Amazon Business/B2B.

Hier widerspricht Stephan am deutlichsten. Markus verbindet den Wachstumsappell mit der Forderung, Regulatorik bei Multi-Country-Setups abzubauen. Stephan: "Dem stimme ich gar nicht zu." Für Marken, die in Asien produzieren lassen, ist Vertrauen der eigentliche USP - die Fabrik gehört der Marke nicht und produziert oft auch für Wettbewerber. Deshalb ist Compliance für ihn Schutzmechanismus, kein Hemmnis. Maik differenziert: Mehr Markenerlebnis gegen Preisdruck teilt er, erkennt aber auch die reale Komplexität von Multi-Country-Expansion an - Verpackungsverordnungen, Kennzeichnungspflichten, teils ein Pflicht-Vertreter im Land.

FAQ: Amazon Predictions 2026 in der Praxis

Muss ich den Amazon Seller Assistant jetzt aktiv nutzen? Nicht zwingend. Stephan bewertet das Tool aktuell als zu generisch für ernsthafte Entscheidungen - Prozesse sollten sich erst ändern, wenn es tatsächlich mehr kann.

Lohnt sich GEO-Optimierung für Rufus & Co. schon jetzt? Saubere Produktattribute und vollständiger Content zahlen kanalunabhängig auf Sichtbarkeit ein. Rufus als reiner Verkaufskanal bleibt laut den Quellen 2026 noch Nische.

Soll ich gesenkte Gebühren an Kunden weitergeben? Das hängt von Kategorie und Wettbewerb ab. Stephan rät, pro Produkt zu kalkulieren - oft fließt die Entlastung ohnehin in höhere Advertising-Budgets.

Ist 2026 der richtige Zeitpunkt für die USA-Expansion? Die USA gelten trotz Zöllen als Wachstumsmarkt, aber Stephan und Maik raten, das nicht ohne solide EU-Basis anzugehen.

Fazit: Ruhig bleiben, Basics pflegen

Stephans eigene Prediction fasst die Folge zusammen: Seit 2010 mit Amazon befasst, sieht er 2026 keinen dramatischen Umbruch - weder durch KI-Agenten noch neue Player. Es wird Verschiebungen geben, aber dort, wo gekauft wird, bleibt Amazon gesetzt. Sein Rat: nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern die eigenen Hausaufgaben - Produktattribute, Content, Advertising-Struktur - zu Ende bringen.

Für uns als REVOIC ist das die zentrale Einordnung: Die Amazon Predictions 2026 sind kein Grund zur Panik, aber auch keine Ausrede, nichts zu tun. Schau dir das komplette Gespräch im eingebetteten Video an - dort ordnen Stephan und Maik weitere Details ein.


Wenn durch die Amazon-Gebührensenkung 2026 zusätzlicher Spielraum entsteht, stellt sich sofort die nächste Frage: reinvestieren ins Advertising oder in bessere Preise - und wie viel rechnet sich in deiner Kategorie wirklich? Wir kalkulieren mit dir, wie sich freiwerdende Marge in eine wirksame Amazon-Advertising-Strategie übersetzen lässt, statt sie im Wettbewerbsdruck zu verlieren. Mehr dazu auf unserer Seite zu Amazon Advertising.

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