Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen in Spanien - Für wen lohnt sich Amazons EPR-Service?

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Tim Schlenger
Tim Schlenger

Wenn du verpackte Waren in Spanien verkaufst, gelten Anforderungen der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR). Vielleicht hast auch du kürzlich die Benachrichtigung von Amazon erhalten, dass du bis zum 31.12.2023 einen Nachweis über die Einhaltung von Regeln für verpackte Waren in Form einer gültigen Registrierungsnummer einreichen musst. Reichst du einen solchen Nachweis nicht ein, wirst du automatisch für den Amazon-Service Bezahlung in Ihrem Namen angemeldet. Dabei bezahlt Amazon in deinem Namen deine Umweltgebühren und belastet anschließend das Verkäuferkonto. So ersparst du dir das Erstellen von Berichten und verpasst keine Fristen mehr.

Die Compliance-Vorschriften sind umfangreich und werden stetig aktualisiert. Besonders in der EU ist die Lage oft unübersichtlich, da für die verschiedenen Marktplätze z.T. unterschiedliche Regelungen zu berücksichtigen sind. Daher lohnt es sich, beim Thema Compliance auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, um im schlimmsten Fall eine Deaktivierung der Angebote zu vermeiden. Mit unserem kostenlosen Whitepaper bleibst du bei Compliance-Themen immer auf dem neuesten Stand.

Verpackungsgesetze in Spanien

In Spanien gelten besondere Verpackungsgesetze. Mit dem Königlichen Dekret 1055/2022 zu Verpackungen und Verpackungsabfällen und dem Gesetz 7/2022 zu Abfällen und verschmutzten Böden werden Unternehmen, die private Haushalte in Spanien beliefern, in die Pflicht genommen, besondere Anforderungen mit Blick auf den Produktlebenszyklus von Verpackungen einzuhalten. Dazu zählt u.a. die Verantwortung, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu fördern.

Die erweiterte Herstellerverantwortung muss überdies durch eine gültige Registrierungsnummer nachgewiesen werden. Im Portal für die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) kann diese für das Land Spanien eingegeben werden.

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Sollte bis zum 31.12.2023 keine gültige Registrierungsnummer eingereicht werden, wirst du automatisch für den Amazon-Service Bezahlung in Ihrem Namen angemeldet. Für den Service zahlst du neben den anfallenden Umweltgebühren, die Amazon in deinem Namen bezahlt, eine jährliche Servicegebühr in Höhe von 24,99 € sowie zuzüglich 3 % der Umweltgebühren. Eine eventuell anfallenden Umsatzsteuer ist dabei nicht enthalten.

Nach der automatischen Registrierung bereitet Amazon für dich den Meldebericht über deine Verkäufe vor und berechnet deine Umweltbeiträge entsprechend deiner Verkaufs- und Produktdaten, die für die EPR relevant sind. Anschließend werden diese Daten an die jeweilige Organisation für Herstellerverantwortung (Producer Responsibility Organization, PRO) übermittelt. Auf Grundlage dieser Daten bezahlt Amazon dann deine Umweltbeiträge und belastet schließlich dein Verkäuferkonto.

Der Service ist allerdings nur dann verfügbar, wenn du bereits in Spanien als Verkäufer registriert bist und über eine spanische Steuernummer und (Verpackungs-)Registrierungsnummer verfügst. Um diese zu erhalten, musst du eine Reihe von Schritten befolgen.

Zunächst muss eine spanische Steuernummer (NIF) über das spanische Konsulat beantragt werden. Über das Portal für die elektronische Registrierung einer Vollmacht (Registro Electrónico de Apoderamientos (REA)) muss dann ein in Spanien ansässiger Bevollmächtigter bestimmt werden.

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In Abhängigkeit der jeweiligen Produktkategorie ernennt der Bevollmächtigte auf der Website des spanischen Ministeriums für den ökologischen Wandel und demografische Herausforderung (Miteco) eine Producer Responsiblity Organization. Je nach ausgewählter Organisation müssen unterschiedlich hohe und unterschiedlich oft Umweltgebühren gezahlt werden. Außerdem musst du dich im Herstellerverzeichnis des Miteco registrieren.

Der deutlich einfachere Weg zur Beantragung einer Registrierungsnummer führt über den EPR-Service von Amazon. Der EPR-Service ist eine Komplett-Lösung für Compliance und erspart dir sowohl die Registrierung, die Beantragung der spanischen Steuernummer als auch die Ernennung eines Bevollmächtigten und gesetzlichen Vertreters. Dies dürfte überdies vor dem Hintergrund interessant sein, dass der Service Amazon als verantwortliche Person zum 31.03.2024 beendet wird, wodurch der EPR-Service zur Alternative wird, wenn du nicht selbst eine verantwortliche Person ernennen möchtest. Dabei arbeitest du mit einem von Amazon vorgeschlagenen Compliance-Dienstleister zusammen, welcher dich in allen Compliance-Belangen unterstützt. Der Dienstleister fungiert als deine autorisierte Vertretung und übernimmt die fortlaufende Einreichung von EPR-Berichten an die jeweilige Organisation für Herstellerverantwortung.

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Zur Anmeldung zum Service musst du lediglich einen EPR-Dienstleister für das entsprechende Land und die entsprechende Produktkategorie auswählen, deine Unternehmens- und Kontaktdaten angeben und der Dienstleister tritt dann mit dir in Kontakt. Die Preise für den Service variieren dabei je nach Land und EPR-Produktkategorie. Für Verpackungen in Spanien liegen die Preise im ersten Jahr bei 438,00 €.

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Daneben umfasst der Service Kundensupport in Chinesisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch.

Fazit

Der EPR-Service ist mit einem Preis von 438,00 € im ersten Jahr auf den ersten Blick der teurere Weg, erspart dir allerdings eine Vielzahl bürokratischer Hürden, die z.B. bei der Beantragung einer spanischen Steuernummer oder bei der Ernennung einer verantwortlichen Person über das spanische Portal des Registro Electrónico de Apoderamientos entstehen dürften. Auf die EPR spezialisierte Dienstleiter aus Deutschland oder Vertreter in den entsprechenden Zielländern können die Registrierungen ebenfalls für dich durchführen. Dabei solltest du jedoch mit höheren Kosten rechnen. Letztlich muss abgewägt werden, ob du Amazon vertraust und den EPR-Service nutzen willst oder besser einen externen Dienstleister einschalten möchtest, der möglicherweise auch spezifischere Fragen beantworten kann.

Eine gebündelte Übersicht über dieses und weitere Themen findest du auch in unserem kostenlosen Compliance-Whitepaper: zum Whitepaper.

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