Ads-Budget außerhalb von Amazon, Bildübersetzung und Full-Funnel-Kampagnen

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Standardmäßig aktiv: Amazon gibt euer Ads-Budget außerhalb von Amazon aus

Sponsored Products laufen mittlerweile auch in Deutschland außerhalb von Amazon. Neu ist aber die Option „Reichweite außerhalb von Amazon erhöhen“, die ab sofort in den Kampagneneinstellungen standardmäßig auf aktiv eingestellt ist, ohne Ankündigung in der Konsole und ohne dass man dem zugestimmt hat. Anzeigen werden damit zusätzlich auf Websites außerhalb von Amazon wie Pinterest oder BuzzFeed, in Apps und bei Content Creators ausgespielt. Amazon bestätigt das als Standardeinstellung.

In den USA gibt es diese automatische Ausspielung schon seit etwa einem Jahr, entsprechend lässt sich die Option dort bereits über Bulk Sheets ein- und ausschalten. In Deutschland und der EU ist die Funktion neuer, eine Steuerung über Bulk Sheets fehlt hier bislang. Heißt: Jede Kampagne muss einzeln in der Konsole geprüft und manuell bearbeitet werden.

Kampagneneinstellung Reichweite außerhalb von Amazon

Was das für die Aussteuerung bedeutet

Externe Platzierungen laufen mit den bestehenden Targeting-, Gebots- und Budgeteinstellungen der Kampagne. Der Unterschied: Innerhalb von Amazon wird weiter sauber nach Keywords, Produkten und Kategorien ausgespielt, außerhalb greift das Targeting nicht mehr. Dort steuert Amazon über z. B. eigene Nutzer- und Kaufdaten, also Surf- und Suchverhalten, angesehene Produkte und Warenkorb-Signale.

Für nischige Produkte wird das schwierig: Je weniger Kaufsignale Amazon vorliegen, desto weniger kann die Plattform genau bestimmen, wem die Anzeige ausgespielt werden soll. Jeder dieser Klicks geht vom selben Budget ab, das für die Suche und den Kauf auf Amazon geplant war. Ohne großes Budget zahlt man so schnell für Reichweite bei Menschen, die man eigentlich nie erreichen wollte.

Prüfen und umstellen

Ändern lässt sich die Einstellung jederzeit, allerdings muss man dafür, wie gesagt, in jede einzelne Kampagne manuell eingehen und sie abschalten, falls man sie nicht nutzen möchte. Der Weg führt in der Ad Konsole über den Menüpunkt in der einzelnen Kampagnenansicht „Kampagneneinstellungen“. Dort findet man ganz unten „Passen Sie die Reichweite auf Amazon und außerhalb von Amazon an“. Beim Anlegen neuer Kampagnen ist die Option nicht wählbar, das heißt auch hier muss man nach dem Anlegen manuell in die Kampagne gehen und sie ausschalten.

Unsere Empfehlung

Bevor pauschal alles umgestellt wird, lohnt sich ein Blick auf die Zahlen: Wie viel Budget steht dem Produkt zur Verfügung und kann man sich erlauben, mehr Budget auszugeben? Passt diese Einstellung zu der Strategie des Produkts? Ist es sinnvoll bei dieser Strategie außerhalb im oberen Funnel ausgespielt zu werden? Diese Fragen sollten genauestens untersucht und geprüft werden. Unabhängig davon lohnt sich also ein genereller Check: Die externe Ausspielung ist standardmäßig aktiv, bei bestehenden Kampagnen ebenso wie bei jedem neuen Setup. Prüft also, wo diese Einstellung bei euch überall greift, und schaltet sie dort ab oder begrenzt sie, wo sie nicht zur Strategie oder zum Budget passt.


Amazon übersetzt Produktbilder künftig automatisch in die Kundensprache

Amazon übersetzt Text in Produktbildern ab sofort automatisch in die bevorzugte Sprache der Kunden, und zwar in den Marktplätzen USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Belgien, Polen, Irland, Schweden und UK. Betroffen sind alle Verkäufer mit Nicht-Medienprodukten auf den Marktplätzen. Die übersetzten Bilder erscheinen sowohl auf der Produktdetailseite als auch im Bild-Manager.

So läuft die Umsetzung ab

Erkennt Amazon ein Bild, das nicht in der Sprache des jeweiligen Marktplatzes vorliegt, wird es durch eine übersetzte Version ersetzt. In den USA, Kanada, Deutschland, Spanien und Belgien geht Amazon noch weiter und erstellt zusätzlich Versionen für abweichende Sprachpräferenzen einzelner Kunden, etwa Spanisch für US-Kunden oder Französisch in Kanada. Das Originalbild in der Hauptsprache des jeweiligen Stores bleibt unverändert, ebenso Markenelemente, Produktspezifikationen und die visuelle Qualität. Wer die automatische Übersetzung nicht nutzen möchte, muss eigene Bilder in der passenden Sprache hochladen. Die KI-Version wird dann automatisch von der Produktdetailseite entfernt.

Unsere Empfehlung

Das Ganze läuft automatisch, ähnlich wie bereits bei den Titeln, und genau darin liegt das Risiko. Amazons KI trifft nicht immer die beste Entscheidung, und wenn niemand nachschaut, steht auf deiner Produktdetailseite eine Übersetzung, die man nie gesehen hat oder im schlimmsten Fall falsch im Kontext übersetzt wurde. Prüfen sollte man deshalb zuerst, ob man in den betroffenen Marktplätzen überhaupt verkauft und ob die eigenen Bilder dort nicht schon in der Landessprache vorliegen. Wenn nicht, lohnt sich die Abwägung: Entweder man kontrolliert regelmäßig, was Amazon aus den eigenen Bildern macht, oder man übersetzt sie selbst und lädt sie hoch. Bei wichtigen ASINs ist der zweite Weg die sicherere Variante, weil man damit die Kontrolle über Aussage und Gestaltung behält.


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Full-Funnel-Kampagnen: Amazons Beta gibt die Steuerung komplett ab

Amazon hat auf der unBoxed 2025 ein neues Kampagnenformat vorgestellt: Full-Funnel-Kampagnen. Das Besondere daran ist die Verbindung zweier bisher getrennter Welten: performanceorientierte Sponsored Ads, die unten im Funnel auf konkrete Kaufabsicht zielen, und Reichweitenformate wie Audio, Video und Display, die weiter oben im Funnel Aufmerksamkeit aufbauen. Statt mehrere einzelne Kampagnen nebeneinander zu verwalten, empfehlen Full-Funnel-Kampagnen ein personalisiertes Setup über Sponsored Products, Sponsored Brands, Displayanzeigen und Streaming TV hinweg, zugeschnitten darauf, wo eine Marke die besten Chancen hat, neue Kunden zu erreichen und langfristig Umsatz aufzubauen. Sobald die Kampagne live ist, passt Amazon Budgets, Zielgruppen und Taktiken laufend an und nutzt dabei Insights über alle Formate hinweg, um ganzheitlich zu optimieren.

Welche Aufgabe jede Funnel-Stufe hat und welches Format sie am besten bedient, zeigt die Abbildung aus unserem Buch Amazon Advertising, in dem ihr euch neben dem Funnel auch in Kampagnenstrukturen, Gebote, Zielgruppen und Auswertung einarbeiten könnt.

Buch Amazon Advertising

Den Ablauf der neuen Full-Funnel-Kampagne beschreibt Amazon so: Oben im Funnel starten Streaming TV und Audio für Reichweite und Aufmerksamkeit. Display und Online-Video verstärken die Botschaft. Den Abschluss, also den letztendlichen Kaufimpuls, übernehmen die Sponsored Ads. Budgets, Zielgruppen und Taktiken passt Amazon danach kontinuierlich selbst an. Eine offizielle Verfügbarkeits- oder Budget-Bestätigung für Deutschland gibt es bislang nicht. In den Marketplace-Angaben der Ankündigungen ist Deutschland aber enthalten.

Erste Erfahrungen mit dem Kampagnenmanager

In den USA lässt sich das Format inzwischen testen und es gibt entsprechend erste Erfahrungsberichte, für Europa ist es bislang nicht verfügbar. Weil das Ganze noch in der Beta steckt, taucht die Option in der Ad Konsole nur sporadisch auf und bietet wenig Auswahl. Gedacht ist dieser Kampagnentyp als leichterer und günstigerer Einstieg in die Amazon DSP: Über eine Full-Funnel-Kampagne bekommen die Kampagnen Zugang zu Daten und Reichweiten, die sonst nur über die DSP erreicht werden können. Allerdings lassen sich diese Daten in Full-Funnel-Kampagnen nicht einsehen oder steuern. Wo die Anzeigen ausgespielt werden und in welchem Format, entscheidet Amazon, und man vertraut darauf, dass die Automatik das Richtige daraus macht.

Unsere Empfehlung

Klingt spannend, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Man verlässt sich vollständig auf Amazons Algorithmus, Daten und KI, und das hat in der Vergangenheit nicht immer gut funktioniert. Die Kontrolle liegt komplett bei Amazon, während dein Budget läuft.

Bei kleineren Marken, nischigen Produkten oder generell ohne großes Werbebudget kann das schnell eskalieren, denn eine Full-Funnel-Kampagne braucht ein Mindestbudget von 200 Dollar pro Tag und das sind für eine einzelne Kampagne bereits eine Menge Geld. Gleichzeitig dürften 200 Dollar für eine Kampagne, die Streaming TV, Video, Display und Sponsored Ads gleichzeitig bedienen soll, kaum ausreichen.


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Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden Freitag und unser YouTube-Kanal wurde komplett überarbeitet. Beides liefert euch ab sofort regelmäßig frische Inhalte.

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