Accelerate, UnBoxed und das Ende der alten Werbeberichte

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Accelerate 2026: KI-Workflows und ein Lager für acht Länder

Auf seiner Seller-Konferenz Accelerate hat Amazon Ende September in Seattle vor allem zwei Richtungen vorgegeben: Der Seller Assistant soll Routinearbeit selbstständig übernehmen, und der Schritt in weitere Länder soll deutlich einfacher werden. Einiges davon gilt schon jetzt auch für deutsche Seller.

Seller Assistant arbeitet rund um die Uhr

Mit neuen Workflows überwacht der Seller Assistant dauerhaft Bestände, Preise oder Account Health und reagiert, auch wenn niemand in Seller Central eingeloggt ist. Seller legen fest, ob er nur Empfehlungen gibt oder selbst handelt. Aktionen müssen sie freigeben, und jeder Schritt wird protokolliert. Außerdem merkt sich der Assistent Preismuster, Bestandszyklen und Ziele des jeweiligen Sellers. Ein neues Plugin bringt ihn in Amazon Quick und, als Beta, in Claude. Das Plugin gibt es vorerst nur im US-Store, ein kostenloses Jahr Quick Plus aber weltweit für jeden Hauptkontoinhaber, buchbar bis zum 31. Dezember 2026.

Einmal testen, in mehreren Ländern verkaufen

Für den internationalen Verkauf bündelt Amazon die Compliance: Bei Spielzeug reicht künftig eine Testeinreichung für mehrere Länder, Elektronik und Babyprodukte sollen bis Jahresende folgen. Pilot-Seller sparten dabei nach Amazons Angaben bis zu 60 Prozent der Compliance-Kosten. Global Warehousing and Distribution soll bis Ende des Jahres neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Japan und Kanada abdecken. Eine einzige Lieferung an ein Amazon-Lager in Fabriknähe versorgt dann alle diese Märkte. AWD ist inzwischen auch in der EU verfügbar.


UnBoxed 2026: Die drei wichtigsten Neuerungen

Amazon hat auf der unBoxed Ende September seine Werbeplattform in Amazon Ads Agent umbenannt und eine Reihe neuer Formate vorgestellt. Drei davon sind für Seller, Vendoren und Advertiser besonders relevant.

DVA+ ersetzt Sponsored Display

In DVA+ fasst Amazon Sponsored Display, Sponsored TV und programmatische Kampagnen zusammen. Eine Kampagne entsteht in vier Schritten: Advertiser wählen Ziel, Produkte, Creatives und Budget, und Amazon verteilt die Anzeigen auf Streaming TV, Video, Display und Audio, auch außerhalb von Amazon. Wer selbst steuern will, findet Targeting, Deals und Gebote in den erweiterten Einstellungen. Derzeit läuft eine geschlossene Beta in den USA, die offene Beta folgt Ende Oktober. Für das erste Quartal 2027 plant Amazon die Verfügbarkeit in 35 Märkten, damit dürfte DVA+ auch deutsche Advertiser bald erreichen.

Review Requests: Bewertungen per Anzeige

Mit Review Requests bittet Amazon Käufer auf stark besuchten Seiten wie der Startseite per Anzeige um eine Bewertung, die Sterne sind mit einem Tipp vergeben. Infrage kommen Produkte mit weniger als 1.000 Bewertungen, danach pausiert die Kampagne automatisch. In Tests kamen pro Woche rund dreimal so viele Bewertungen zusammen. Die offene Beta startet Ende Oktober in den USA, weitere Marktplätze sind geplant.

Sponsored Products per Chat steuern

Im Amazon Ads Agent beschreiben Advertiser ihre Zielgruppe künftig per Texteingabe und bekommen dafür passende Keywords, Produkte und Kategorien vorgeschlagen. Auswertungen lassen sich im Chat abfragen, statt Reports zu bauen, und Empfehlungen zu Targeting, Geboten und Budgets für Sponsored Products werden mit einem Klick übernommen. Laut Amazon erreichten Advertiser, die Targeting-Empfehlungen per Chat übernommen haben, im Schnitt über 25 Prozent mehr Kunden bei über 10 Prozent niedrigeren Kosten pro Impression. Die Funktionen kommen in den nächsten Monaten, Marktplätze nennt Amazon nicht.


REVOIC Podcast

Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden zweiten Freitag auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts. Freut euch auf regelmäßig frische Inhalte und spannende Deep-Dive-Themen.

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Seller Central wird zur Multichannel-Zentrale

Amazon holt die Konkurrenz in die eigene Verkäuferoberfläche. Seller im US-Store können ihre Konten bei eBay, Shopify, TikTok Shop und Walmart über die neuen Multichannel Selling Tools direkt an Seller Central anbinden, und zwar über die Multichannel-Einstellungen im Menü Einstellungen. Laut Amazon verkaufen mehr als 95 Prozent der unabhängigen Seller über mehrere Kanäle und pflegen dafür bisher je ein eigenes Dashboard. Die Tools sind kostenlos und kommen in den nächsten Monaten schrittweise. Weitere Kanäle sollen folgen.

Was sich im Alltag ändert

Eine Produktbeschreibung wird künftig nur einmal bearbeitet. Amazon passt sie an die Vorgaben der anderen Kanäle an und veröffentlicht sie überall dort, wo das Produkt verknüpft ist. Bestellungen aus allen Kanälen erscheinen gesammelt unter „Bestellungen verwalten“ und lassen sich mit wenigen Klicks über Multi-Channel Fulfillment versenden, die Sendungsverfolgung läuft automatisch an Shopify zurück. Eine Profitabilitätsansicht zeigt pro Produkt und Kanal Umsatz, Werbeausgaben und Traffic, sodass die monatliche Auswertung per Tabelle wegfällt. Welche Kanäle angebunden werden, entscheidet der Seller selbst, und die Verbindung lässt sich jederzeit wieder trennen.


Amazon löscht Ende Dezember alle alten Werbeberichte

Amazon schaltet die bisherigen Berichtsseiten für Sponsored Ads und den Ads Agent ab. Ab dem 17. Dezember lassen sich dort keine Berichte mehr anlegen oder bearbeiten. Am 31. Dezember verschwinden die Seiten ganz und mit ihnen alle gespeicherten und geplanten Berichte samt historischer Daten. Ersatz ist das einheitliche Reporting, das seit Juni auch in Deutschland verfügbar ist und alle Werbeformate in einem Bericht zusammenführt.

Was die Migration nicht schafft

Auf den alten Seiten steht jetzt ein Banner mit dem Button „Migration starten“, der gespeicherte und geplante Berichte automatisch überträgt. Laut Amazons Hilfeseite zur Migration gilt das aber nur für aktive Berichte der letzten 24 Monate. Einige Berichte, etwa der Budget-, der Benchmark- oder der Conversion-Path-Bericht, gibt es im neuen Reporting noch nicht, und ihre Migration schlägt fehl. Außerdem haben sich Metrik- und Dimensionsnamen geändert, und manche Werte gibt es nur noch auf einer anderen Ebene. Den Top-of-Search-Anteil zum Beispiel weist Amazon nur noch pro Kampagne aus, nicht mehr pro Keyword.

Migration der Werbeberichte

Unsere Empfehlung

Es lohnt sich, die Migration jetzt zu starten und auf der Statusseite zu prüfen, welche Berichte nicht übertragen wurden. Historische Berichte, die noch gebraucht werden, sollten vor dem 31. Dezember heruntergeladen werden. Excel-Tabellen und Dashboards sollten außerdem rechtzeitig auf die neuen Metriknamen umgestellt werden, damit nach dem Jahreswechsel keine Auswertung ins Leere läuft.


New Snippets

Mit Sponsored Services können Dienstleister wie Klempner oder Restaurants in den USA ab dem vierten Quartal 2026 auf Amazon werben, etwa mit einem Klempner-Angebot direkt nach dem Kauf eines Wasserhahns.

In der Operation Troja ermittelt die Europäische Staatsanwaltschaft gegen ein Netzwerk, das über eine Million gebrauchte Smartphones als neu verkauft haben soll, laut Medienberichten vor allem über Amazon.

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