16 Milliarden Euro, Adventskalender und teureres FBA

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16 Milliarden Euro: Amazon baut in Deutschland aus

Amazon will 2027 mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren und hat den Plan auf dem „Invest in Germany Summit“ der Bundesregierung in Berlin vorgestellt. Damit legt der Konzern noch einmal zu, denn schon 2025 flossen nach eigenen Angaben 15 Milliarden Euro ins Land, seit 2010 mehr als 100 Milliarden. Den größten einzeln genannten Posten bilden Cloud und KI: Rund 4,8 Milliarden Euro gehen in den Ausbau der AWS Region Europa in Frankfurt, um die wachsende Nachfrage nach KI-Diensten zu bedienen. In Berlin entsteht außerdem ein zweites Forschungslabor für Robotik und KI, das Mensch und Technik in der Logistik enger zusammenbringen soll, damit Bestellungen schneller und zuverlässiger ankommen. Dazu kommen mehr als 15 neue Prime-Video-Produktionen bis Ende 2027.

Was im Logistiknetz passiert

Im Versandnetz ist schon viel in Bewegung: In den vergangenen Monaten hat Amazon fünf neue Verteilzentren eröffnet, darunter Salzgitter, Kassel und Cottbus, und auch das Logistikzentrum in Zweibrücken ist bereits in Betrieb. 2027 geht es weiter: In Könnern entsteht ein weiteres Logistikzentrum, und Bad Hersfeld, Dortmund und Werne werden modernisiert. Insgesamt sollen mehr als 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Zu Gebühren oder neuen Programmen für Seller und Vendoren enthält die Ankündigung allerdings keine Angaben.


Unsere Adventskalender-Studie: Kritik ja, Verzicht nein

Zu teuer, zu viel Müll, zu viel Werbung, und trotzdem wird gekauft. Diesem Widerspruch sind wir gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut IFH KÖLN in einer neuen Studie zu Adventskalendern auf Amazon nachgegangen. Wir wollten wissen, was Käufer über Adventskalender sagen und was sie auf Amazon dann tatsächlich tun. Dafür hat das IFH im Oktober 500 Menschen befragt, und wir haben ihre Antworten mit den Amazon-Daten der vergangenen Saison verglichen.

Kritisch im Urteil, treu beim Kauf

Zwei Drittel der Befragten finden, dass der Inhalt der meisten Kalender seinen Preis nicht wert ist. Trotzdem wollen 44 Prozent in diesem Jahr einen für sich selbst kaufen, 57 Prozent möchten einen verschenken. Selbst wenn sie sparen müssten, würden nur 10 Prozent ganz verzichten, 44 Prozent würden eher zu einem günstigeren Modell greifen.

Adventskalender-Umfrage 2026: Was Käufer tun würden, wenn sie in der Vorweihnachtszeit sparen müssten

Der Kalender ist dabei eine Generationenfrage. Unter 30 kaufen 71 Prozent mindestens einen Kalender für sich selbst, über 70 nur noch 24 Prozent. Ähnlich ist es beim Testen neuer Marken: Unter 50 haben gut 40 Prozent über einen Kalender eine Marke entdeckt, die sie seitdem häufiger kaufen. Bei den über 70-Jährigen sind es nur noch 7 Prozent.


FBA wird teurer: Zuschlag steigt auf 2 Prozent

Amazon hebt ab dem 2. November 2026 den Zuschlag für Kraftstoff und Logistik auf FBA-Versandgebühren von 1,5 auf 2 Prozent an. Die Erhöhung gilt in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen. Eingeführt hat Amazon den Zuschlag erst im April 2026, nun begründet das Unternehmen den nächsten Schritt mit weiter gestiegenen Kosten für Kraftstoff und Logistik.

Amazon berechnet den Zuschlag auf die Versandgebühr und nicht auf den Verkaufspreis. Im Schnitt kostet FBA in der EU dadurch rund 0,02 Euro mehr pro Einheit, wobei der genaue Betrag von Größe und Abmessungen des Artikels abhängt. Gewinnanalyse, Einnahmenrechner und Gebühren- und Wirtschaftlichkeitsvorschau zeigen den Zuschlag bereits an, pro Einheit und für das gesamte Geschäft.

MCF zieht später und in weniger Ländern nach

Beim Multi-Channel-Versand greift die Erhöhung erst ab dem 19. November 2026 und nur in fünf Ländern: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Amazon will den Zuschlag außerdem weiter überprüfen, je nachdem, wie sich die Kosten entwickeln. Endgültig ist der neue Satz damit nicht.


REVOIC Podcast

Unser REVOIC-Podcast „Amazon News und Update“ erscheint jeden zweiten Freitag auf YouTube, Spotify und Apple Music. Dort sprechen wir ausführlicher über die Themen dieses Newsletters. Über dein Feedback freuen wir uns!


Brand Registry: Marken legen fest, wessen Inhalte zählen

Wer Titel oder Style Names pflegt und sie wenige Wochen später wieder in der alten Fassung sieht, kennt das Problem: Zu einer ASIN liefern oft mehrere Konten Inhalte, vom eigenen Seller- und Vendor-Konto bis zu Händlern und Wiederverkäufern. Mit dem Tool Katalogmitwirkende einstufen im Brand Registry vergeben Markenadministratoren jetzt Ranglistenplätze an diese Konten. Weichen die Angaben voneinander ab, richtet sich Amazon nach dieser Reihenfolge. Zum Start legt Amazon automatisch eine erste Rangfolge an, die sich unter „Verwalten“ anpassen lässt.

Katalogbeiträger einstufen in der Markenregistrierung

Was vor einer Änderung zu beachten ist

Vor dem Veröffentlichen lässt sich ein Auswirkungsbericht erstellen, der nach bis zu 24 Stunden zeigt, welche ASINs sich wie verändern. Amazon empfiehlt ihn ausdrücklich, weil eine neue Rangfolge fehlerhafte Varianten und uneinheitliche Detailseiten verursachen kann. Bis alle bisherigen Beiträge neu verarbeitet sind, vergehen bis zu 10 Tage. Amazon führt die Funktion schrittweise ein, die Anleitung steht auch im deutschen Brand Registry. Vorzeitig freischalten lässt sie sich nicht.

Unsere Empfehlung

Marken mit mehreren eigenen Konten oder vielen Wiederverkäufern sollten prüfen, ob das Tool im Brand Registry schon sichtbar ist, und die automatisch angelegte Rangfolge kontrollieren. Vor jeder Änderung lohnt sich der Auswirkungsbericht, damit sich Varianten und Detailseiten nicht ungewollt verändern.


New Snippets

Amazon will seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober 2026 um 23:00 Uhr deutscher Zeit in einer Live-Konferenz vorstellen.

Nicht jeder Kunde sieht dieselbe Produktseite: Laut einer Analyse testete Amazon auf einer einzigen Detailseite 67 Varianten gleichzeitig, am häufigsten bei Anzeigen, Rufus und dem „Jetzt kaufen“-Button.

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