Rekord-Q1, Logistik-Offensive und KI-Partnerschaften

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Q1 2026: Starkes Quartal mit beschleunigtem Wachstum

Amazon hat im ersten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 181,5 Mrd. USD erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 16,6 % gegenüber Q1 2025 (155,7 Mrd. USD) und ist damit die höchste Wachstumsrate seit mehreren Jahren. Das Nordamerika-Segment kam auf 104,1 Mrd. USD (+12,1 % YoY), das internationale Segment auf 39,8 Mrd. USD (+18,7 % YoY). Das starke internationale Wachstum dürfte unter anderem auf die weitere Expansion in aufstrebenden Märkten sowie den anhaltenden Ausbau der Logistikinfrastruktur außerhalb der USA zurückzuführen sein.

Advertising wächst erneut zweistellig

Amazons Werbegeschäft bleibt eines der stärksten Wachstumssegmente des Konzerns. Im Q1 2026 erzielte Amazon mit den Advertising Services einen Umsatz von 13,921 Milliarden USD – ein Wachstum von 19,0 % im Jahresvergleich. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Quartale fort: Bereits in Q2 bis Q4 2025 lag das Wachstum konstant zwischen 17,7 % und 23,5 %. Advertising macht damit einen immer größeren Anteil am Gesamtumsatz aus und hat sich längst als eigenständige, bedeutende Erlösquelle etabliert.

Amazon Advertising Revenue Q1 2026

Marketplace-Umsätze der Seller weiter im Plus

Auch das Drittanbietergeschäft, also die Umsätze aus Third-Party Seller Services, zeigt eine stabile Entwicklung. Im Q1 2026 lagen die Einnahmen aus diesem Segment bei 41,578 Milliarden USD, was einem Wachstum von 5,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. In den Vorquartalen lag das Wachstum zwischen 11,2 % und 12,2 %, was zeigt, dass das Marketplace-Segment strukturell weiter zulegt – wenn auch mit etwas moderaterem Tempo zum Jahresauftakt. Für Seller und Vendoren bedeutet das: Die Plattform wächst, und damit auch der Wettbewerb um Sichtbarkeit und Platzierungen.

Retail-Wachstum geht leicht zurück

Der Umsatz aus den Online Stores lag im Q1 2026 bei 64,254 Milliarden USD – ein Wachstum von 11,0 % im Jahresvergleich. Bei einer Basis dieser Größenordnung ist ein zweistelliges Wachstum bemerkenswert und zeigt, dass das klassische Retail-Geschäft weiterhin stark ist. Betrachtet man jedoch den Umsatzanteil von Retail im Vergleich zum Marketplace, wird ein klarer Trend sichtbar: Der Marketplace gewinnt weiter an Gewicht.

Aktuell entfallen rund 35–38 % des Umsatzes auf Retail, während der Marketplace-Anteil kontinuierlich steigt. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Marken auf ein Hybridmodell setzen oder über einen Broker als Seller auf Amazon aktiv werden – und damit den direkten Vendor-Weg zumindest teilweise umgehen. Über die Rentabilität der einzelnen Bereiche sagt der Umsatzanteil dabei wenig aus: Retail ist traditionell margenärmer, während das Advertising-Geschäft strukturell deutlich profitabler ist.

Amazon Retail Revenue Q1 2026

Unsere Einschätzung

Das anhaltend starke Wachstum im Advertising-Bereich zeigt, dass Sichtbarkeit auf Amazon zunehmend über bezahlte Platzierungen entschieden wird – Seller und Vendoren sollten ihre Werbebudgets und -strategien daher regelmäßig überprüfen und anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das stabile Wachstum im Marketplace-Segment bestätigt zudem, dass Amazon als Vertriebskanal weiterhin an Relevanz gewinnt.


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Amazon öffnet sein Logistiknetz für alle

Amazon hat am 5. Mai 2026 seinen Amazon Supply Chain Services (ASCS) offiziell gestartet und damit sein komplettes Logistiknetz erstmals für Unternehmen aller Größen und Branchen geöffnet. Das Angebot umfasst Fracht (Luft, See, Schiene, Straße), Distribution und Lagerung, Fulfillment und Kommissionierung, Paketversand (Last Mile), Zollabwicklung sowie KI-gestützte Bestandsprognosen. Die Infrastruktur dahinter umfasst über 80.000 Trailer, 24.000 Intermodal-Container und mehr als 100 Frachtflugzeuge. Erste Kunden sind Procter & Gamble, 3M, Lands' End und American Eagle Outfitters.

Die AWS-Blaupause für die Logistik

Der Schritt folgt einem bekannten Muster: Amazon hat seine Logistikinfrastruktur zunächst für den eigenen Bedarf aufgebaut, erkannt, dass andere Unternehmen denselben Bedarf haben, und macht die Infrastruktur nun zur Plattform, genau wie es mit AWS im Jahr 2006 geschehen ist. AWS erwirtschaftet heute 37,6 Mrd. USD Umsatz pro Quartal. ASCS befindet sich am ersten Tag dieser Entwicklung. Die Marktreaktion auf die Ankündigung war entsprechend deutlich: Die Aktien von UPS und FedEx gerieten unter Druck, was zeigt, dass der Markt die strategische Tragweite des Schritts ernst nimmt.

Chancen und Risiken für Unternehmen

Für E-Commerce-Händler, Hersteller und Produzenten bietet ASCS konkrete Vorteile: ein einziger Ansprechpartner, ein Vertrag und durchgängige Sichtbarkeit der Lieferkette über alle Kanäle. Besonders relevant ist, dass sich ASCS ausdrücklich auch an Unternehmen richtet, die nichts auf Amazon verkaufen. Der Zugang erfolgt über supplychain.amazon.com.

Gleichzeitig gibt es offene Fragen: Wer seine Logistik auf ASCS aufbaut, gibt strategische Kontrolle ab, ähnlich wie beim AWS-Lock-in. Zudem sieht Amazon Bestands- und Nachfragedaten aller Kunden, was bei Unternehmen, die gleichzeitig im Wettbewerb mit Amazon stehen, eine relevante Frage zur Datensouveränität aufwirft. Darüber hinaus ist ASCS ein Day-1-Produkt: Skalierung, Support und SLAs außerhalb des Amazon-Seller-Ökosystems sind noch unbewiesen.

Unsere Einschätzung

ASCS ist ein strategisch bedeutsamer Schritt, der den Logistikmarkt langfristig verändern kann. Für Seller und Vendoren empfehlen wir, das Angebot genau zu beobachten und insbesondere die Fragen rund um Datensouveränität und Abhängigkeit sorgfältig abzuwägen, bevor eine operative Entscheidung getroffen wird.


Neue Produkte und Partnerschaften

AWS und OpenAI gehen gemeinsamen Weg

Amazon und OpenAI haben eine Partnerschaft verkündet, die drei konkrete Ankündigungen umfasst. Erstens kommen GPT-5.5 und GPT-5.4 in limitierter Preview auf Amazon Bedrock. Kunden können dann:

  • OpenAIs Frontier-Modelle über die bekannten Bedrock-APIs nutzen, inklusive Amazons Security-, Governance- und Cost-Controls, ohne eine neue Infrastruktur aufbauen zu müssen.

  • OpenAIs Coding-Agent Codex nun direkt in AWS-Umgebungen verfügbar, sodass Entwickler den leistungsstärksten Coding-Agenten des Markts nutzen können, ohne die Plattform zu wechseln.

  • Über Bedrock Managed Agents Agenten-Workflows mit OpenAI-Modellen auf Amazons Infrastruktur betreiben.

Bemerkenswert ist dabei, dass Microsoft OpenAI exklusiv aufgebaut hat – die Tatsache, dass OpenAI nun auch auf AWS verfügbar ist, wirft Fragen zur KI-Plattformstrategie der großen Cloud-Anbieter auf.

Amazon Quick und Amazon Connect: KI im Arbeitsalltag

Parallel dazu hat Amazon zwei weitere KI-Produkte weiterentwickelt. Amazon Quick ist ein KI-Arbeitsassistent, der sich mit lokalen Dateien, Kalender, E-Mail und anderen Arbeitstools verbindet, aus dem eigenen Nutzungsverhalten lernt und aktiv Aufgaben übernimmt und das ohne AWS-Account, zugänglich per Google-, Apple-, GitHub- oder Amazon-Login. Neu hinzugekommen sind:

  • Native Desktop-App (Preview)

  • Neue Preispläne mit Free-Tier und Plus-Plan

  • Möglichkeit, vollständige Web-Applikationen per Texteingabe zu bauen, ohne Programmierkenntnisse

Amazon Connect hingegen richtet sich an Unternehmen und bietet KI-Agenten für vier Bereiche:

  • Supply-Chain-Planung (Connect Decisions)

  • KI-geführte Recruiting-Prozesse (Connect Talent)

  • Customer-Service-Workflows (Connect Customer)

  • Unterstützung für Gesundheitsdienstleister (Connect Health).

Ein klares Muster hinter den Ankündigungen

Die drei Ankündigungen zusammen zeigen eine klare Stoßrichtung: Amazon baut AWS zur zentralen KI-Infrastrukturplattform aus und adressiert gleichzeitig mit Quick und Connect den Endnutzer und Unternehmenskunden direkt. Die Partnerschaft mit OpenAI signalisiert dabei, dass Amazon weniger auf ein eigenes Modell-Monopol setzt, sondern auf die Plattformrolle – ähnlich wie beim App-Store-Prinzip.


REVOIC ist bei Techbikers 2026 mit dabei!

REVOIC ist bei Techbikers 2026 mit dabei!

Am 4. bis 7. Juni fährt Maik bei der jährlich stattfindenden Techbikers Charity Aktion mit. 450km Fahrrad werden rund um Berlin gefahren und dabei sammeln wir Gelder für einen guten Zweck: World Bicycle Relief

Wer ist World Bicycle Relief?

World Bicycle Relief (WBR) ist eine internationale Hilfsorganisation, die Menschen in ländlichen, armen Regionen durch robuste Fahrräder mobilisiert.

Die Organisation versorgt Schulkinder, Pflegekräfte und Kleinunternehmer mit speziell entwickelten "Buffalo"-Fahrrädern, die vor Ort montiert werden, um den Zugang zu Bildung, Gesundheit und Märkten zu erleichtern. Sie baut nachhaltige Fahrrad-Ökosysteme auf, inklusive Ausbildung lokaler Mechaniker, und konzentriert sich besonders auf Frauen und Mädchen.

Wer Maik auf seinem Spendenweg unterstützen möchte, kann dies gerne hier tun: fund.worldbicyclerelief.org


REVOIC Podcast

Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden Freitag und unser YouTube-Kanal wurden komplett überarbeitet und liefern euch ab sofort regelmäßig frische Inhalte.

Wir freuen uns auf euer Feedback!


New Snippets

Amazon und Philips haben gemeinsam einen Händler verklagt, der gefälschte Philips Sonicare-Zahnbürstenköpfe auf dem Marktplatz angeboten haben soll.

Amazon ist dem Universal Commerce Protocol (UCP) beigetreten – dem offenen Standard für KI-gestützten Handel, den Google und Shopify initiiert haben und dem nun auch Meta, Microsoft, Salesforce und Stripe angehören.

Amazons kostenlose Multi-Channel-Versand-App für Shopify ist ab sofort auch in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Japan und Kanada verfügbar und ermöglicht den Versand von Shopify-Bestellungen direkt über den Amazon-Lagerbestand.

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