Robotik-Offensive, AMC Paid Tables und Prime Day 2026
10 Mrd. Euro Investition: Amazons Robotik-Offensive in Europa
Amazon hat auf seinem „Delivering the Future“-Event in London den nächsten Proteus-Roboter vorgestellt. Die wesentliche Neuerung gegenüber dem Vorgänger liegt in der Steuerung: Mitarbeiter können dem Roboter künftig per natürlicher Sprache Aufgaben zuweisen, ohne technische Befehle oder Programmierkenntnisse. Proteus übernimmt daraufhin selbstständig schwere Transportaufgaben, etwa das Bewegen von Carts mit bis zu 400 Kilogramm, und kann dabei flexibel im gesamten Fulfillment Center eingesetzt werden, nicht nur in bestimmten Bereichen wie bisher. Aktuell wird das System in Amazons Laboren erprobt, der Einsatz in Europa ist für die erste Hälfte 2027 geplant. Der Vorgänger ist derzeit an 25 Standorten in den USA im Einsatz.
Vulcan und STARK kommen nach Europa
Neben Proteus weitet Amazon zwei weitere Robotik-Systeme auf mehr europäische Standorte aus. Vulcan ist Amazons erster Roboter mit Tastsinn und kann Objekte gleichzeitig sehen und ertasten, um auch in dicht gepackten Umgebungen präzise zu arbeiten. Ursprünglich in den USA entwickelt, ist Vulcan bereits im Hamburger Fulfillment Center im Einsatz und wird nun auf weitere europäische Standorte ausgerollt. STARK ist ein kollaboratives System zur Totenhandhabung, das direkt neben Mitarbeitern arbeitet und schwere, repetitive Hebeaufgaben übernimmt. Die Idee dazu stammt ursprünglich von einem Mitarbeiter aus dem operativen Betrieb. Nach dem ersten Piloten in Barcelona soll STARK bis 2027 an 15 europäischen Standorten im Einsatz sein.
10 Milliarden Euro Investition und 25.000 neue Stellen
Die Robotik-Erweiterungen sind Teil eines umfassenderen Investitionsplans: Amazon hat angekündigt, in den kommenden Jahren über 10 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung seiner europäischen Fulfillment-Infrastruktur zu investieren. Parallel dazu plant das Unternehmen, die Belegschaft in den europäischen Fulfillment Centern um 25.000 Mitarbeiter zu erweitern. Amazon betont dabei, dass der Einsatz von Robotik historisch nicht zu einem Stellenabbau geführt hat, sondern neue Berufsfelder in den Bereichen Wartung, Instandhaltung und Engineering entstanden sind.
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AMC Paid Features vorübergehend kostenlos
Amazon hat für den US-Markt die kostenpflichtigen 1P-Tabellen im Amazon Marketing Cloud (AMC) bis zum 31. Dezember kostenlos zugänglich gemacht. Als 1P-Tabellen bezeichnet man Datensätze, die direkt von Amazon stammen und Amazons eigene, interne Daten über das Kaufverhalten und die Customer Journey auf der Plattform enthalten. Konkret geht es dabei um Amazons Insights-Tabellen, die bislang nur gegen Aufpreis abgefragt werden konnten. Drittanbieter-Daten, sogenannte 3P-Tabellen von externen Anbietern wie Experian, bleiben weiterhin kostenpflichtig. Diese Änderung betrifft aktuell ausschließlich den US-Markt.
Was die Paid Tables zeigen
Die Ad-Daten in AMC waren schon immer kostenlos abrufbar. Der Mehrwert der Paid Tables liegt in der organischen Seite des Kaufverhaltens. Seller können damit erstmals vollständige Customer Journeys analysieren:
- Wie oft kaufen Kunden nach einem Ad-Kauf erneut und dann organisch?
- Wechseln Käufer eines kleineren Produkts später auf eine größere Variante?
- Wie lang ist das tatsächliche Zeitfenster zwischen Werbekontakt und Kauf?
- Wie viel des gemessenen Lifetime Values (LTV) ist tatsächlich auf Neukunden zurückzuführen und wie viel auf Retargeting bestehender Kunden?
Unsere Einschätzung
Für Seller, die in den USA aktiv sind und AMC bereits nutzen, lohnt es sich, die kostenlosen Paid Tables aktiv zu testen, insbesondere für eine fundiertere LTV-Analyse und zur Überprüfung der eigenen Werbestrategie. Amazon rollt neue Features erfahrungsgemäß zunächst im US-Markt aus, bevor sie in Europa folgen. Es ist daher gut möglich, dass eine ähnliche Öffnung der Paid Tables mittelfristig auch für den europäischen Markt kommt. Wir behalten das für euch im Blick.
Änderung der Verkaufsgebühren bei grenzüberschreitenden Bestellungen
Ab dem 1. August 2026 aktualisiert Amazon die Berechnungsmethode für prozentuale Verkaufsgebühren bei Amazon Business-Bestellungen. Konkret geht es um Bestellungen, bei denen Amazon Business EU S.à r.l. der Käufer ist. Bislang wurde die Verkaufsgebühr auf Basis des Verkaufserlöses berechnet, künftig gilt einheitlich die Gebührenbasis als Grundlage. Ziel der Änderung ist es, die Berechnung unabhängig davon zu standardisieren, ob Amazon Business EU S.à r.l. oder der Endkunde selbst der Käufer ist.
Auswirkungen auf grenzüberschreitende Verkäufe
Die Änderung wirkt sich vor allem auf grenzüberschreitende Verkäufe aus, bei denen im Zielland ein anderer Umsatzsteuersatz gilt als im Land des Amazon Stores.
Ein Beispiel: Wer einen Artikel für 119 € bei Amazon.de anbietet und diesen an einen Kunden in Italien liefert, wo 22 % Umsatzsteuer anfallen, zahlt aktuell eine Verkaufsgebühr von 12,20 €. Ab dem 1. August sind es nur noch 11,90 €. Umgekehrt kann die Gebühr in Ländern mit niedrigerem Steuersatz leicht steigen, etwa bei Lieferungen nach Luxemburg mit 17 % Umsatzsteuer, wo die Gebühr von 11,70 € auf 11,90 € steigt. WICHTIG: Die Änderung greift nur, wenn die Ware von einer lokalen Adresse im Zielland versendet wird, also dort auch gelagert ist.
Unser beliebter Roundtable und weitere News-Formate findest du auf unserer Landingpage.
Prime Day 2026 startet am 23. Juni
Amazon hat den diesjährigen Prime Day offiziell angekündigt: Das Shopping-Event findet vom 23. bis 26. Juni 2026 statt und läuft damit vier Tage lang. Für Seller und Vendoren bedeutet das eines der umsatzstärksten Zeitfenster des gesamten Jahres – mit erhöhter Kaufbereitschaft der Kunden in über 35 Kategorien, darunter Bekleidung, Beauty, Küche, Haushalt und Elektronik. Der offizielle Start ist am 23. Juni um 12:01 Uhr PDT.
Vorbereitung ist entscheidend
Da der Prime Day bereits am 23. Juni beginnt, bleibt für finale Vorbereitungen nur noch wenig Zeit. Lagerbestände sollten ausreichend aufgefüllt sein, um während des viertägigen Events lieferfähig zu bleiben. Gleichzeitig sollten Werbekampagnen rechtzeitig aufgesetzt und Angebotsanmeldungen abgeschlossen sein, da Amazon hierfür in der Regel feste Einreichfristen vorgibt.
Unser Tipp
Wer den Prime Day 2026 noch nicht aktiv in der Planung hat, sollte jetzt unmittelbar handeln. Neben der operativen Vorbereitung lohnt es sich, Pricing und Kampagnenstruktur gezielt auf das Event auszurichten, um die erhöhte Sichtbarkeit und Kaufbereitschaft optimal zu nutzen.
Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden Freitag und unser YouTube-Kanal wurden komplett überarbeitet und liefern euch ab sofort regelmäßig frische Inhalte.
Wir freuen uns auf euer Feedback!
Temu muss 200 Millionen Euro Strafe zahlen, weil die EU-Kommission den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf der Plattform nicht länger toleriert.
Schnellere Lieferungen für den Großraum Linz: Amazon investiert 70 Mio. Euro in ein neues Verteilzentrum.
Ab dem 25. Juni 2026 können berechtigte Seller in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien mit zwei neuen Programmen bis zu 20 % Rabatt auf die Multi-Channel Fulfillment-Gebühren erhalten.








