Quartalszahlen Q2, neue Titeldarstellung und KI-Personen-Kennzeichnung

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Amazon Quartalszahlen Q2 2026: Wachstum beschleunigt sich weiter

Amazon hat im zweiten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 200,6 Mrd. USD erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 19,6 % gegenüber Q2 2025 (167,7 Mrd. USD) und liegt damit noch einmal über der bereits starken Wachstumsrate aus Q1 2026 (16,6 %). Das Nordamerika-Segment kam auf 116,2 Mrd. USD (+16,1 % YoY), das internationale Segment auf 42,2 Mrd. USD (+14,8 % YoY). Damit setzt sich die Wachstumsbeschleunigung aus dem Vorquartal in beiden geografischen Segmenten fort.

Advertising und AWS bleiben Wachstumstreiber

Amazons Werbegeschäft wächst weiterhin zweistellig und legt sogar zu: Im Q2 2026 erzielte Amazon mit den Advertising Services einen Umsatz von 19,809 Milliarden USD – ein Wachstum von 26,2 % im Jahresvergleich, nach 23,9 % in Q1 2026. Auch AWS wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr: Mit 42,232 Milliarden USD Umsatz und einem Plus von 36,8 % YoY setzt der Cloud-Bereich seinen Wachstumskurs aus den Vorquartalen (28,4 % in Q1 2026, 23,6 % in Q4 2025) fort.

Amazon Q2 2026 Wachstum nach Segmenten

Marketplace-Umsätze der Seller legen wieder stärker zu

Die Umsätze aus Third-Party Seller Services lagen im Q2 2026 bei 46,780 Milliarden USD, was einem Wachstum von 15,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Damit fällt das Wachstum deutlich höher aus als noch in Q1 2026 (13,9 %) und den Quartalen davor. Für Seller und Vendoren bedeutet das: Das Marketplace-Geschäft gewinnt weiter an Dynamik, und der Wettbewerb um Sichtbarkeit dürfte entsprechend zunehmen.

Retail wächst stabil, Anteil am Gesamtumsatz sinkt weiter

Der Umsatz aus den Online Stores lag im Q2 2026 bei 70,432 Milliarden USD. Das entspricht einem Wachstum von 14,6 % im Jahresvergleich und liegt damit erneut über dem Vorquartalswert (11,9 %). Trotz dieses soliden Wachstums sinkt der Anteil von Retail am Gesamtumsatz weiter: Er liegt aktuell bei 35,11 %, nach 35,40 % in Q1 2026 und 38,89 % in Q4 2025. Der Trend, dass der Marketplace kontinuierlich an Gewicht gewinnt, setzt sich damit fort.

Amazon Q2 2026 Retail-Anteil am Gesamtumsatz

Prognose

Setzt sich die aktuelle Dynamik fort, dürften Advertising und Marketplace auch in den kommenden Quartalen die wachstumsstärksten Segmente bleiben und ihren Anteil am Gesamtumsatz weiter ausbauen, während der Retail-Anteil tendenziell weiter sinkt. Für Seller und Vendoren bedeutet das absehbar einen weiter zunehmenden Wettbewerb um Sichtbarkeit und steigende Werbekosten.

Gleichzeitig brauchen die neuen Amazon-Zahlen Einordnung: Prime Day lag 2026 auf dem 23. bis 26. Juni und damit im zweiten Quartal, im Vorjahr dagegen vom 8. bis 11. Juli im dritten Quartal. Q2 2026 enthält also einen Prime Day, Q2 2025 nicht, sodass ein Teil der Dynamik vorgezogen sein dürfte. Im dritten Quartal könnte sich dieser Effekt entsprechend umkehren, weil Q3 2025 noch vom Prime Day profitiert hat, Q3 2026 aber nicht. Ob Amazon operativ tatsächlich schneller wächst oder ob Q2 vor allem vom verschobenen Event profitiert, lässt sich deshalb erst mit den Zahlen für das dritte Quartal belastbarer beurteilen.


Amazon testet neue Titeldarstellung weiter

Amazon führt die neue Darstellung von Produkttiteln offenbar weiterhin nur schrittweise ein. Nach bisherigen Beobachtungen verlief die Umstellung dabei nicht durchgehend wie erhofft: In verschiedenen Tests wurden Titel und Highlight mehrfach verändert, teils mit sichtbaren Darstellungsproblemen. Auf Desktop war unter anderem ein vertikaler Trennstrich zwischen Titel und Highlight zu sehen, in anderen Fällen wirkten Formulierungen unvollständig oder grammatikalisch unsauber. Auch auf Mobile wurden Titel teilweise abgeschnitten.

Tests laufen nur für einzelne Produkte

Die vielen Anpassungen sprechen dafür, dass Amazon derzeit verschiedene Varianten testet, um herauszufinden, welche Darstellung für Kundinnen und Kunden am besten funktioniert und zu besseren Conversion-Raten führt. Gleichzeitig dürften die Tests dazu dienen, technische Schwierigkeiten und Fehler in der Darstellung aufzudecken. Betroffen sind nach aktuellem Stand nicht alle Produkte, sondern nur einzelne Listings.

Update für Produkt Highlight

Ab dem 10. August will Amazon schrittweise eine überarbeitete Darstellung einführen, bei der das Highlight sowohl auf Desktop als auch auf Mobile klar unter dem Titel angezeigt wird. Bisher standen Titel und Highlight nach der Änderung teils in einer Zeile und waren durch gleiche Farbe und gleiche Größe kaum voneinander zu unterscheiden. Amazon hat zudem bestätigt, dass Titel- und Highlight-Inhalte in den Suchergebnissen gleichermaßen für die Suche berücksichtigt werden. Für Seller und Vendoren heißt das: Nicht alle relevanten Informationen müssen zwingend im Titel selbst untergebracht werden.


Amazon verlangt Kennzeichnung für KI-generierte Personen in Listings und A+ Inhalten

Amazon verschärft die Vorgaben für Bild- und Videomaterial in Angeboten und A+ Inhalten. Verkäufer müssen fotorealistische KI-generierte Personen ab sofort vor dem Upload mit bestimmten Metadaten kennzeichnen.

Pflicht gilt nur für fotorealistische KI-Personen

Konkret verlangt Amazon, dass betroffene Dateien vor dem Upload mit dem Schlüsselwort contains-synthetic-performer im XMP-Feld dc:subject gekennzeichnet werden. Auf dieser Grundlage kann Amazon Kunden einen entsprechenden Hinweis anzeigen. Die Anforderung gilt nur, wenn ein Bild oder Video komplett KI-generierte fotorealistische Personen enthält. Keine Kennzeichnung ist erforderlich, wenn ein Bild oder Video:

  • nur echte Personen zeigt, auch wenn diese mit KI-Tools bearbeitet wurden
  • nur Figuren aus Filmen, Serien, Streaming-Inhalten, Dokumentationen, Videospielen oder anderen kreativen Werken zeigt
  • keine Personen zeigt
  • keine fotorealistischen Personen zeigt

Wie die Kennzeichnung unter macOS, Windows oder per Befehlszeilentool gesetzt und überprüft wird, erklärt Amazon in einer Anleitung – hier klicken.


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Amazon erweitert Product Opportunity Explorer um Ideen-Check für neue Produkte

Amazon hat im Product Opportunity Explorer eine neue Funktion namens „Validate Product Ideas“ ergänzt. Seller können damit eine Produktidee deutlich konkreter vorprüfen, noch bevor sie in Einkauf, Listing-Aufbau oder Launch investieren. Dafür werden mehrere Eingaben kombiniert, darunter:

  • Marktplatz
  • Produkttitel
  • Kategorie
  • Preis
  • Beschreibung
  • drei Bullet Points

Auf dieser Basis erstellt Amazon einen Bericht, der die Produktidee nicht nur allgemein einordnet, sondern direkt mit Marktdaten und bestehenden Angeboten abgleicht. Neu ist damit vor allem, dass Amazon die frühe Produktbewertung stärker in ein eigenes Prüf-Tool überführt und Seller schneller zu einer strukturierten Ersteinschätzung kommen.

Neue Funktion bündelt Produktbewertung und Kundenfeedback

Die neue Funktion fasst mehrere Auswertungen in einem Schritt zusammen. Dazu gehören Einschätzungen zu Wettbewerbspositionierung, Customer Fit, Produktreife und Marktpotenzial. Ergänzt wird das um ähnliche Produkte, Preisanalysen, saisonale Trends und demografische Daten.

Hinzu kommt eine Auswertung zum Kundenfeedback. Amazon hebt dabei hervor, was Kundinnen und Kunden an vergleichbaren Produkten schätzen, welche Probleme sie nennen und an welchen Stellen sich daraus Chancen für ein besseres Produktkonzept ableiten lassen.

Für Seller liegt der Nutzen vor allem darin, dass sich eine Produktidee schneller und strukturierter bewerten lässt. Statt einzelne Datenpunkte separat im Product Opportunity Explorer zusammenzusuchen, bündelt Amazon die wichtigsten Signale in einem Report. Das kann helfen, Konzepte vor einem Launch gezielter zu schärfen oder frühzeitig zu verwerfen.


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Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden Freitag und unser YouTube-Kanal wurden komplett überarbeitet und liefern euch ab sofort regelmäßig frische Inhalte.

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New Snippets

Amazon baut Seller Central weiter aus: Neue anpassbare Übersichten für Produkte, Sendungen und FBA-Inventar sollen operative Aufgaben wie Listing-Pflege, Bestandssteuerung und Versandkontrolle künftig schneller an einem Ort bündeln.

Die EU-Kommission hat AliExpress wegen Verstößen gegen den Digital Services Act mit 550 Millionen Euro Bußgeld belegt; für Amazon-Händler in preissensiblen Kategorien könnte das den Kostendruck bei günstigen Import-Wettbewerbern in der EU erhöhen und damit den Preiswettbewerb etwas entschärfen.

Indien lockert den inventory-basierten E-Commerce für Exportfälle und erlaubt ausländischen Plattformen wie Amazon erstmals, lokal beschaffte Waren direkt für Auslandsmärkte zu lagern und zu versenden.

Amazon Ads erweitert Brand+ und Performance+ in Amazon DSP um neue KI-Funktionen, darunter zusätzliche Optimierungssignale aus eigenen Zielgruppendaten, neue Audio-Inventare und weitere Modellverbesserungen für die Kampagnensteuerung.

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