News von Amazon 2 04/2026

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Preisabsprachen: Kalifornien veröffentlicht belastende Beweise gegen Amazon

Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat Ende April 2026 weitgehend ungeschwärzte Beweise aus einem laufenden Gerichtsverfahren gegen Amazon veröffentlicht. Die Dokumente zeigen, dass Amazon über Jahre hinweg Vendoren angewiesen haben soll, Preise ihrer Produkte auf konkurrierenden Plattformen wie Walmart, Target und Home Depot anzuheben. Wer nicht kooperierte, musste mit erheblichen Konsequenzen rechnen – von Werbe- und Promotionbeschränkungen bis hin zur Entfernung der Produkte aus dem Amazon-Sortiment.

Wie soll das System funktioniert haben?

Laut den veröffentlichten Unterlagen nutzte Amazon drei Mechanismen:

  • Vendoren wurden direkt aufgefordert, Preise bei Wettbewerbern zu erhöhen.

  • Alternativ wurden Wettbewerber über den gemeinsamen Vendor gebeten, ihre Preise anzupassen, damit Amazon nachziehen konnte.

  • Oder Produkte wurden bei günstigeren Konkurrenten schlicht aus dem Sortiment genommen.

Konkrete E-Mail-Kommunikationen belegen diese Abläufe unter anderem bei Levi's, Allergan und mehreren anderen Marken. Besonders aufsehenerregend sind dabei direkte Zitate, in denen Amazon-Mitarbeiter erklärten, sie seien „sehr entschlossen, die Störer im Markt zu jagen".

Preisabsprachen: Kalifornien veröffentlicht belastende Beweise gegen Amazon

Ist so etwas auch in Deutschland denkbar?

Vertikale Preisabsprachen sind sowohl im EU-Wettbewerbsrecht als auch im deutschen Kartellrecht klar verboten. Das Bundeskartellamt hatte Amazon bereits in der Vergangenheit im Blick – etwa wegen sogenannter Bestpreisklauseln, die 2013 abgeschafft wurden. Ob koordinierte Preiserhöhungen in der nun beschriebenen Form auch in Europa stattgefunden haben, ist derzeit nicht bekannt. Angesichts der globalen Strukturen von Amazon bleibt das Thema jedoch auch für europäische Behörden relevant.

Wie geht es weiter?

Die Anhörung zum Antrag auf einstweilige Verfügung ist für den 23. Juli 2026 angesetzt, der eigentliche Prozess soll im Januar 2027 beginnen. Wir werden die Entwicklungen für euch weiter verfolgen.


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Amazon baut seine KI-Infrastruktur massiv aus

Milliarden-Investment in Anthropic

Amazon investiert weitere fünf Milliarden Dollar in Anthropic, den Entwickler hinter dem Chatbot Claude. Abhängig von bestimmten geschäftlichen Meilensteinen könnten in weiteren Schritten bis zu 20 Milliarden Dollar hinzukommen, womit das Gesamtinvestitionsvolumen auf bis zu 25 Milliarden Dollar steigen würde. Bereits zuvor hatte Amazon insgesamt acht Milliarden Dollar in Anthropic investiert und war damit bereits einer der führenden Geldgeber des Unternehmens. Die Partnerschaft ist dabei keine Einbahnstraße: Anthropic wird künftig auf Amazons eigene KI-Chips Trainium zurückgreifen, um seine Modelle zu trainieren, und plant darüber hinaus, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung bei AWS auszugeben. Für Amazon bedeutet das eine erhebliche Stärkung seiner Cloud-Infrastruktur als zentrales Standbein im globalen KI-Wettbewerb.

Anthropic steht derzeit jedoch nicht nur wegen seiner Technologie im Fokus, sondern auch wegen politischer Auseinandersetzungen. Das Unternehmen bestand trotz massiven Drucks darauf, dass seine KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen oder zur Massenüberwachung eingesetzt werden dürfen. Das US-Verteidigungsministerium erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferkettenrisiko, was den Einsatz der Software in Regierungsbehörden erheblich erschweren kann. Anthropic klagt gegen diese Einstufung. Gleichzeitig hat das Unternehmen mit dem neuen Modell Claude Mythos Preview ein Werkzeug vorgestellt, das seit Jahrzehnten unentdeckte Sicherheitslücken in Software aufspüren kann, also ein Thema, das auch für Regierungen weltweit von großem Interesse ist.

Meta setzt auf AWS Graviton für Agentic AI

Parallel dazu hat Meta eine Vereinbarung mit AWS unterzeichnet, um AWS Graviton-Prozessoren in großem Maßstab einzusetzen. Der Einstieg erfolgt mit tens of millions of Graviton-Kernen – mit der Option zur Erweiterung, je nachdem wie Metas KI-Fähigkeiten wachsen. Damit zählt Meta bereits jetzt zu den größten Graviton-Kunden weltweit. Der Hintergrund ist ein struktureller Wandel in der KI-Infrastruktur: Während GPUs weiterhin für das Training großer Modelle relevant bleiben, entstehen durch Agentic AI, also autonome Systeme, die eigenständig planen und mehrstufige Aufgaben ausführen, zunehmend CPU-intensive Workloads. Dazu zählen Echtzeit-Reasoning, Code-Generierung, Suche und die Koordination komplexer Aufgaben. Der Graviton5-Chip mit 192 Kernen und einem fünfmal größeren Cache als die Vorgängergeneration ist genau für diese Anforderungen ausgelegt und liefert laut AWS bis zu 25 % bessere Performance bei gleichzeitig höherer Energieeffizienz.

Graviton5 ist dabei auf der AWS Nitro System-Architektur aufgebaut, die dedizierte Hardware und Software kombiniert, um hohe Performance, Verfügbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich unterstützen die Graviton5-Instanzen den Elastic Fabric Adapter (EFA), der eine latenzarme, hochbandbreitige Kommunikation zwischen Instanzen ermöglicht – essenziell für Metas Agentic-AI-Workloads, bei denen große Aufgaben auf viele Prozessoren verteilt werden müssen.

Unsere Einschätzung

Beide Entwicklungen zeigen, wie konsequent Amazon AWS als zentrale KI-Infrastruktur im globalen Wettbewerb positioniert. Das Investment in Anthropic und die Graviton-Partnerschaft mit Meta sind klare Signale, dass Amazon die Grundlage für skalierbare KI-Anwendungen langfristig stärkt. Für Seller und Vendoren bedeutet das mittelfristig, dass KI-gestützte Tools und Dienste auf Amazon weiter ausgebaut werden. Es lohnt sich definitiv, diese Entwicklungen aktiv im Blick zu behalten.


REVOIC goes OMR 2026 in Hamburg

Die OMR (Online Marketing Rockstars) ist eine der größten Marketing- und Technologiemessen im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr kommen zehntausende Fachleute aus den Bereichen Marketing, E-Commerce, Technologie und digitale Wirtschaft zusammen, um sich über aktuelle Trends auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und sich von Speakern und Ausstellern inspirieren zu lassen. Dieses Jahr findet die OMR in Hamburg statt.

REVOIC ist dabei

Auch wir von REVOIC sind dieses Jahr auf der OMR vertreten. Stephan und Maik sind vor Ort und auch der ein oder andere aus unserem Team wird auf dem Festival anzutreffen sein. Es ist eine gute Gelegenheit, uns persönlich kennenzulernen, aktuelle Amazon-Themen zu besprechen oder einfach in Kontakt zu kommen.

Meldet euch gerne bei uns

Wer ein Gespräch mit uns plant oder sich vorab absprechen möchte, kann gerne direkt Kontakt mit Stephan oder Maik aufnehmen. Wir freuen uns darauf, euch auf der OMR zu treffen.


REVOIC Podcast

Für 2026 setzen wir auf neue Marketing-Kanäle, um euch mit aktuellen Amazon Updates zu versorgen: Unser REVOIC-Podcast kommt jeden Freitag und unser YouTube-Kanal wurden komplett überarbeitet und liefern euch ab sofort regelmäßig frische Inhalte.

Wir freuen uns auf euer Feedback!


New Snippets

Seit dem 16. April 2026 hat Amazon seinen neuen Deutschland-Hauptsitz in der Münchner Parkstadt Schwabing eröffnet – ein 45.000 Quadratmeter großer Campus mit 2.500 Arbeitsplätzen.

Kaufland.de plant seinen Onlinemarktplatz ab August 2026 in Frankreich und ab September 2026 in Italien zu starten, mit dem erklärten Ziel, die europäische Alternative zu Amazon und Temu zu werden.

Ab Juli 2026 wird auf jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe von 3 Euro fällig – betroffen sind vor allem Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress, aber auch Amazon. Die Abgabe ist als Übergangslösung geplant, denn ab 2028 soll die bisherige 150-Euro-Zollfreigrenze vollständig abgeschafft werden, sodass alle importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sind.

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